Apple verklagt OpenAI wegen Geschäftsgeheimnissen – was definitiv nichts damit zu tun hat, bei KI zu spät dran zu sein
Apple verklagt OpenAI wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen, was reichlich ironisch ist in einer Branche, die auf unbefugtem Nehmen aufbaut.
In der neuesten Folge von „Tech-Firmen, die kleinlich sind: Die Milliardär-Edition“ hat Apple eine Klage wegen Geschäftsgeheimnissen gegen OpenAI eingereicht und beschuldigt den KI-Liebling, Mitarbeiter abzuwerben und Know-how in der Hardware-Fertigung gestohlen zu haben. Hayden Field, Senior KI-Reporter von The Verge, gesellt sich zu Decoder, um das Drama zu sezieren, das von angeblichen „Show-and-Tell“-Sitzungen mit Apple-Hardware bis zu Jony Ives romantischem Kaffeedate mit Sam Altman reicht.
Apple, stets der hartnäckige Prozessführer (siehe: Verklagen von Microsoft wegen des Look-and-Feel des Macs in den 90ern, dann Samsung wegen Patenten in den 2000ern), nimmt sich nun OpenAI wegen Geschäftsgeheimnissen vor. Die Vorwürfe sind haarsträubend: Ehemalige Apple-Mitarbeiter sollen Dateien heruntergeladen und Bewerber gebeten haben, Hardware außerhalb des Büros für „Show and Tell“ mitzubringen. OpenAI bestreitet alles, aber der Zeitpunkt ist brutal. Das Unternehmen verbrennt Geld, steht kurz vor dem Börsengang und ist bereits durch Führungswechsel und das Hin und Her zwischen Verbraucher- und Unternehmensausrichtung abgelenkt.
Field merkt an, dass die KI-Branche auf unbefugtem Nehmen aufbaut – Trainingsdaten aus dem Internet geschabt, Musik von YouTube und nun angeblich Apples Hardware-Designs. Die Ironie? KI-Labore werden wütend, wenn andere ihre Modelle destillieren, doch sie scheinen blind für die Parallele zu Künstlern und Autoren, deren Arbeit ihre Systeme antreibt. Apples Klage könnte der ultimative Fall von „der Topf wirft dem Kessel vor, schwarz zu sein“ sein, aber OpenAI kann sich die Ablenkung nicht leisten. Mit einem bevorstehenden Börsengang und einer Hardware-Wette, die scheitern könnte (fünf Geräte, wirklich?), ist dies das Letzte, was Sam Altman brauchte.
Die größere Frage: Kann OpenAI die Verbraucher für sich gewinnen? Field ist skeptisch. Die Leute buhen KI bei Abschlussfeiern aus, protestieren gegen Rechenzentren und mögen die Produkte im Allgemeinen nicht. Ein smarter Lautsprecher, der 60% deiner Fluginformationen halluziniert, wird das iPhone so schnell nicht ersetzen. Aber hey, wenigstens wird Jony Ive nicht in der Klage genannt – er ist zu beschäftigt damit, Telefone als „Legacy-Geräte“ zu bezeichnen und Memes zu machen.
The Good Times
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