Andy Burnham wird heute später das halten, was sein Team großspurig als ‚seine erste große Führungsrede‘ bezeichnet hat, und schwört, Großbritannien wieder dorthin zu bringen, wo es hingehört. Der neue Abgeordnete für Makerfield wird im People's History Museum in Manchester sprechen, einem Veranstaltungsort, der entweder auf sein Engagement für die Arbeiterklasse hindeutet oder einfach darauf, dass er den Geschenkeladen mag.

Burnham wird versprechen, ‚Großbritannien den nötigen Neustart zu geben‘, allerdings wird er anschließend keine Fragen von Journalisten beantworten. Sein Team betont, dass dies kein Muster der Vermeidung von Kontrolle sei, sondern nur ein Muster, es vorerst zu vermeiden. Das Fehlen eines Mandats der Wählerschaft mag die Augenbrauen hochziehen, aber hey, Details.

Zentral in seinen Plänen ist etwas, das er ‚die größte Machtverlagerung aus Whitehall in der Neuzeit‘ nennt, obwohl es offenbar nicht so bedeutend sein wird wie die Einrichtung des schottischen Parlaments oder regionaler Bürgermeister. Also groß, aber nicht so groß. Ein Vorzeigevorschlag ist ein ‚No10 North‘ – ein Außenposten des Premierministers in Manchester, der ‚Devolution vorantreiben‘ und ‚gutes Wachstum in jeder Postleitzahl‘ sicherstellen soll. Denn nichts sagt ‚Macht an die Regionen‘ wie ein Satellitenbüro.

Burnham will auch die ‚öffentliche Kontrolle‘ über Energie, Wasser und Verkehr, aber der Teufel steckt im Detail – oder vielmehr im Fehlen desselben. Wie viel staatliche Intervention? Wie nah an der Verstaatlichung? Der Vorsitzende der Konservativen Partei, Kevin Hollinrake, schlug schnell zu und beschuldigte Burnham, ‚Macht zwischen Politikern hin und her zu schieben‘, anstatt Sozialhilfe zu reformieren, Steuern zu senken oder die Verteidigung zu finanzieren. Er nannte es ‚die Politik der Ablenkung von einer Labour-Partei, die bewusst den Fragen ausweicht, die wirklich zählen‘.

In der Zwischenzeit ringt Burnhams Team mit einem Kabinettsdilemma: ob Energieminister Ed Miliband zum Kanzler ernannt werden soll. Manche sehen Ed als Visionär; andere als zu links und zu sehr auf Netto-Null bedacht. Es gibt auch Gerüchte, Eds Bruder David, einen ehemaligen Außenminister, ins Boot zu holen, möglicherweise über einen Sitz im House of Lords. Denn nichts sagt ‚neue Politik‘ wie ein Adelstitel für den Bruder eines Ex-Vorsitzenden.

Burnham stehen drei anstrengende Wochen bevor. Er muss Labour-Abgeordnete bezaubern, seine Vision verkaufen, sein Kabinett bestimmen und die gewaltigen Herausforderungen bewältigen, vor denen Sir Keir Starmer steht – wie die Finanzierung der Verteidigung, die Regelung der Sozialfürsorge und das Management der Beziehungen zu Präsident Trump. All das für einen Mann, der vor zwei Wochen noch nicht einmal Abgeordneter war.