In einem Schritt, der absolut niemanden überraschen wird, der eine gesunde Angst vor dunklen, wässrigen Abgründen hat, ist ein Reddit-Beitrag über eine brasilianische Lagune viral gegangen und hat 7.200 Hochwähls auf r/thalassophobia gesammelt. Der Beitrag zeigt die Lagoa Misteriosa ("Geheimnisvolle Lagune") in Jardim, Mato Grosso do Sul, Brasilien – ein Gewässer, das so klar ist, dass es von der Oberfläche einladend wirkt, aber ein überflutetes Höhlensystem verbirgt, das Taucher bis zu einer Tiefe von 220 Metern (722 Fuß) erkundet haben, ohne jemals den Boden zu berühren.

Die Lagune ist, wie sich herausstellt, eine Doline, die durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden ist und am Boden einer Karstwanne liegt – einer Senke, die durch Kalksteinlösung verursacht wurde. Laut der offiziellen Website der Attraktion liegt die Höhle mehrere Meter unter der Oberfläche und wurde durch Grundwasserbewegungen geformt. Sie zu vermessen ist nicht so einfach, wie ein beschwertes Seil in einen herkömmlichen See zu werfen, denn das Unterwasserterrain und die Felsformationen machen die Erkundung zu einem echten Schmerz im Neoprenanzug.

Was den Spaß noch vergrößert: Das Wasser ist außergewöhnlich klar, mit einer Sichtweite von über 40 Metern (131 Fuß), was einen bizarren visuellen Effekt erzeugt, bei dem das Blau einfach weiter in eine enorme Unterwasserleere führt, anstatt in trübe Dunkelheit zu verblassen. Es ist, als würde man in den Abgrund starren, nur mit besserer Beleuchtung.

Die tiefste dokumentierte Erkundung stammt vom brasilianischen Taucher Gilberto Menezes de Oliveira im Jahr 1998, der 220 Meter erreichte, aber die endgültige Tiefe der Höhle nicht herausfinden konnte. Technisch gesehen ist die Lagune also nicht "bodenlos" – es ist nur so, dass noch niemand die Mühe hatte, den Boden zu finden.

Reddit-Kommentatoren wechselten natürlich von Geologie zu der eigentümlichen Psychologie von Höhlentauchern. Einige grübelten über die Art von Person, die freiwillig in eine dunkle Unterwasserhöhle steigt; andere bemerkten, dass spezialisiertes Höhlentauchen umfangreiche Ausbildung und Ausrüstung erfordert. Ein Kommentator bemerkte treffend, dass der Reiz in der Gefahr liegt: Dunkelheit, eingeschränkte Sicht, enge Passagen und die deutliche Möglichkeit, nicht leicht gerettet zu werden. Klingt nach einem Urlaub.

In der Zwischenzeit wiesen Skeptiker darauf hin, dass Technologie die Lagune möglicherweise tatsächlich erkunden könnte, und verwiesen auf ferngesteuerte Fahrzeuge, die für die Kommunikation angebunden sind. Keine wissenschaftliche Einrichtung hat öffentlich erklärt, dass die Lagune unerforschbar ist, aber es existiert auch keine dokumentierte vollständige Tiefenerkundung.

The Daily Dot konnte nicht alle geologischen und Tiefenangaben unabhängig verifizieren und stützte sich auf die offizielle Website der Attraktion und den Reddit-Thread. Also bleibt das Geheimnis vorerst bestehen – und auch die Thalassophobie.