Tansanias Vizepräsident wegen Disziplinlosigkeit aus der Regierungspartei ausgeschlossen, Nachfolger benannt
Tansanias Vizepräsident wird nach seinem Rücktritt aus der Regierungspartei ausgeschlossen, weil er eine neue Verfassung forderte, und ein Nachfolger wird benannt.
In einem Schritt, der sicherlich niemanden überrascht hat, der aufgepasst hat, hat Tansanias Regierungspartei Chama Cha Mapinduzi (CCM) Vizepräsident Emmanuel Nchimbi wegen "Disziplinlosigkeit" ausgeschlossen. Der 54-Jährige hatte die Dreistigkeit, Anfang dieser Woche nach nur 10 Monaten im Amt zurückzutreten, und offenbar ließ die Partei das nicht auf sich beruhen.
Nchimbi, der in letzter Zeit mit kontroversen Äußerungen für Aufsehen sorgte - unter anderem forderte er die Tansanier auf, "für eine neue Verfassung zu kämpfen" - wurde die Tür gezeigt. Es ist fast so, als ob die Forderung nach einer neuen Verfassung in hohen Kreisen für Unmut sorgen könnte. Präsidentin Samia Suluhu Hassan, die die außerordentliche CCM-Sitzung leitete, die die Entscheidung traf, war offensichtlich nicht amüsiert.
Aber halt, es gibt noch mehr! Energieminister Deogratius Ndejembi, 43, wurde als Nchimbis Nachfolger nominiert, und sein Name wird dem Parlament zur Genehmigung vorgelegt. Die Partei, stets transparent, machte keine Angaben zu den konkreten Disziplinarvorwürfen. Nchimbis Rücktritt wird Ende nächster Woche wirksam, was ihm gerade genug Zeit gibt, seine Koffer zu packen.
Nchimbi, der sein Rücktrittsschreiben auf Instagram teilte (denn wo sonst kündigt man so etwas im Jahr 2025 an?), ist der erste Vizepräsident in der Geschichte Tansanias, der zurücktritt. Er nannte eine "Überzeugung ohne Zweifel, dass der Präsident Veränderungen wünscht" als Grund für seinen Rückzug aus dem öffentlichen Leben. Nun, wenigstens ist er ehrlich.
Zur Einordnung: Samia und Nchimbi wurden im November letzten Jahres vereidigt, nachdem sie bei einer Wahl satte 98% der Stimmen gewonnen hatten, die die wichtigste Oppositionspartei Chadema boykottierte, um Wahlreformen zu fordern. Die Unruhen nach der Wahl waren, gelinde gesagt, eine Katastrophe: Mindestens 500 Menschen starben, so eine offizielle Untersuchung, und Oppositionsparteien und Menschenrechtsgruppen warfen den Sicherheitskräften ein brutales Vorgehen vor. Aber hey, wenigstens wird die interne Disziplin der Partei durchgesetzt.
Während Tansania also erneut einen politischen Umbruch erlebt, fragt man sich unweigerlich: Wird Ndejembi länger als 10 Monate durchhalten? Und noch wichtiger: Wird er daran denken, seine Instagram-Follower zu aktualisieren?
The Good Times
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