Gerade als du dachtest, Spanien dreht sich nur um Sonne, Sand und fragwürdige Bräunungsstreifen, rollt der Herbst mit einem ganz neuen Reisemenü an. Laut eDreams ist Teneriffa das am häufigsten gebuchte Reiseziel für September und schlägt Rom und Paris – denn nichts sagt 'Herbsturlaub' wie eine Insel, die sich weigert, den Jahreszeitenwechsel anzuerkennen. Palma de Mallorca, Madrid und Ibiza runden die Top-Plätze ab, auch Gran Canaria ist dabei – was beweist, dass Spaniens Inseln die Überflieger der Reisewelt sind.

Aber hier ist die Wendung: Der Inlandstourismus boomt, Spanien macht 43 % der Septemberbuchungen aus – Italien hinkt mit 11 % hinterher und Frankreich mit 6 %, was im Grunde eine Trostplakette ist. eSky meldet einen Anstieg der Septemberbuchungen um 57 % im Vergleich zum Vorjahr, und obwohl mildere Temperaturen, weniger Menschenmassen und niedrigere Preise als Gründe genannt werden, vermuten wir, dass der wahre Anreiz die Gelegenheit ist, zu sagen: 'Ich war in Spanien und habe keinen Strand betreten.'

Für diejenigen, die ihren Urlaub mit einer Portion Geschichte bevorzugen, bietet Salamancas Altstadt – ein UNESCO-Weltkulturerbe – Kopfsteinpflaster-Charme mit Attraktionen wie der Plaza Mayor, der Casa de las Conchas und dem Huerto de Calixto y Melibea. Der Herbst bringt eine ruhigere Atmosphäre, perfekt, um so zu tun, als wärst du wieder Student (minus die Kater).

Nur wenige Kilometer entfernt liegt Candelario in der Sierra de Béjar, Teil des Netzwerks 'Los Pueblos Más Bonitos de España' – denn warum nur ein Dorf besuchen, wenn es offiziell hübsch sein kann? Seine gepflasterten Straßen und Halbtüren (ein Feature, kein Bug) machen es zu einem postkartenreifen Stopp. Und wenn der November kommt, wird der lokale Spruch 'An Allerheiligen Schnee auf den Höhen' zur Wettervorhersage und erinnert uns daran, dass es auch in Spanien kalt wird.

Naturliebhaber sollten das Ambroz-Tal in Cáceres im Blick behalten. Mit Kastanien- und Eichenwäldern, Flüssen und einer Landschaft, die einen Dichter zum Weinen bringen könnte, ist es eine solide Wahl zum Blätterrauschen – und um lokale Wirtschaften zu unterstützen, die sich von Waldbränden erholen. Gleiches gilt für die Sierra de la Culebra in Zamora, Gredos in Ávila und Las Médulas in León, wo deine Touristengelder helfen, verbrannte Erde zu heilen.

Asturien im Norden bietet eine Dreifachbedrohung aus Landschaften, Dörfern und Gastronomie. Wälder und Täler sind perfekt zum Wandern, während fabada asturiana, cachopo, lokale Käsesorten und traditionelle Cider den Kalorienstoff liefern, den du brauchst. Und vergessen wir nicht die Weinregionen: La Rioja und Ribera del Duero sind ideal, um Binnenlandschaft mit Traubenstampf-Abenteuern zu verbinden.

Wenn der Herbst fortschreitet, stehlen Kastanien und Pilze in ländlichen Gebieten das Rampenlicht und verwandeln einen einfachen Kurzurlaub in eine mykologische Quest. Egal, ob du Inselhüpfen, Stadtbummel oder Waldpilzesammeln machst – Spaniens Herbstangebote beweisen, dass es Leben jenseits des Strandes gibt – und es ist köstlich sandfrei.