Stirbt Island? Stirbt die Welt? Das sind die drängenden Fragen hinter National Geographics neuester Dokumentation „Zeit und Wasser“, die sie mit einer Menge geschmackvoller Aufnahmen und Heimvideos von jemandes Großeltern beantwortet. Der Film, inszeniert von Sara Dosa (die zuvor eine Dokumentation über Vulkanologen drehte, die bei der Erforschung eines Ausbruchs starben), konzentriert sich auf den isländischen Klimaautor Andri Snær Magnason, dessen Buch „Von Zeit und Wasser“ von 2019 einen berühmt traurigen „Nachruf“ auf den Ok-Gletscher enthielt – den ersten isländischen Gletscher, der vollständig verschwand. Spoiler: Es wird nicht der letzte sein.
Die Gletscher schmelzen im Norden aus demselben Grund, aus dem der globale Süden 50°C erreicht, mit all den geopolitischen Stabilitäts- und Migrationsfolgen, die das mit sich bringt. Aber statt Wut oder Dringlichkeit entscheidet sich der Film für das, was man nur als elegische Langeweile bezeichnen kann. Er erzählt gemächlich isländische Geschichte und Mythen neben Magnasons Familiengeschichten, darunter endloses Heimvideo-Material seiner Großeltern, untermalt von zuckersüßer Ambient-Musik, während der Autor murmelt, dass das Island, das sie kannten, verschwindet. Die Beerdigungsszenen für diese Älteren sind bewegend, aber der Rest ist ein träges, selbstgefälliges Video-Sammelalbum, das nicht gerade eine Schatzkammer an Material ist. Magnason wendet sich schließlich an die Menge und sagt: „Wir wissen, was getan werden muss.“ Ja: den CO2-Ausstoß reduzieren. Aber die Zeit läuft ab, und dieser Film scheint es nicht eilig zu haben, diesen Punkt zu machen.