In der neuesten Folge von ‚Wer braucht schon eine Waffenruhe?‘ meldet das libanesische Gesundheitsministerium, dass bei einem weiteren Tag intensiver israelischer Angriffe 39 Menschen getötet wurden. Unter den Opfern war ein Kind in der südlichen Stadt Saksakiyeh, wo ein Angriff mindestens sieben Menschen tötete und 15 weitere verletzte, darunter drei Kinder. In der Zwischenzeit wurde in Nabatieh ein syrischer Staatsbürger getötet und seine 12-jährige Tochter schwer verletzt, nachdem eine Drohne sie angriff, dann erneut zuschlug, als sie zu fliehen versuchten, und schließlich das Mädchen ein drittes Mal direkt ins Visier nahm. Sie wird jetzt einer lebensrettenden Operation unterzogen.

Die Hisbollah, nicht zu übertreffen, startete eine explosive Drohne gegen Nordisrael und verwundete drei israelische Armeereservisten, einen davon schwer. Dieses Hin und Her dauert unvermindert an, seit US-Präsident Donald Trump am 16. April ein Waffenruhe-Abkommen ankündigte – ein Abkommen, das offenbar als ‚Feuer einstellen, dann sofort weiterfeuern‘ interpretiert wurde.

Israels Militär sagt, es ziele auf Hisbollah-Infrastruktur und -Personal ab, aber das libanesische Gesundheitsministerium berichtet, dass in der letzten Woche über 120 Menschen getötet wurden, darunter Frauen und Kinder. Das Ministerium unterscheidet nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten, aber die Rechnung legt nahe, dass viele Nichtkombattanten ins Kreuzfeuer geraten. Israelische Streitkräfte besetzen auch einen Streifen libanesischen Landes und zerstören ganze Dörfer in einer Weise, die Menschenrechtsgruppen zufolge Kriegsverbrechen darstellen könnte – Handlungen, die denen in Gaza unheimlich ähneln.

Seit dem 2. März wurden im Libanon 2.795 Menschen getötet, so das Gesundheitsministerium. Israelische Behörden melden 17 getötete Soldaten und einen Zivilisten im Südlibanon sowie zwei Zivilisten in Nordisrael. Die Waffenruhe vom November 2024 ist zu einer historischen Fußnote geworden, während die Region ihre düstere Tradition des Gewaltkreislauf-Bingos fortsetzt.