Florentino Pérez, der Mann, der Real Madrid wie einen besonders ambitionierten Fußballmanager-Spielstand führt, hat bestätigt, dass José Mourinho zum Verein zurückkehren wird, wenn Pérez die Präsidentschaftswahl am Sonntag gewinnt. Die Enthüllung erfolgte über ein Social-Media-Video mit Mourinho, der einfach "Ja!" sagte – vermutlich nachdem ihn jemand fragte, ob er an den Schauplatz seines La-Liga-Punkterekords von 2012 zurückkehren möchte und, seien wir ehrlich, einer gehörigen Portion Drama.

Der Wahlclip trug den Slogan "So MOUch Geschichte zu schreiben", was entweder ein cleveres Wortspiel oder ein Hilferuf des Social-Media-Teams des Vereins ist. Die Ankündigung fiel praktischerweise genau in dem Moment, als Pérez' Gegner, der Unternehmer für erneuerbare Energien Enrique Riquelme, in der spanischen TV-Show El Hormiguero auftrat. Riquelme, der bei Madrids erster Wahl mit echter Konkurrenz seit 20 Jahren antritt, konterte mit dem Versprechen, Manchester Citys Mittelfeldspieler Rodri, Stürmer Erling Haaland zu verpflichten und Vereinslegende Raúl als Sportdirektor einzusetzen. Nichts wie ein Bieterkrieg um die Seele eines Fußballvereins.

Pérez hat die Wahl nach einer enttäuschenden nationalen Saison ausgerufen – Barcelona sicherte sich die zweite La-Liga-Meisterschaft in Folge, und Madrid, der 15-malige Champions-League-Sieger, wurde in den letzten beiden Spielzeiten im Viertelfinale des europäischen Spitzenwettbewerbs ausgeschaltet. Das Ausbleiben großer Trophäen hat offenbar Pérez' Nostalgie-Notknopf ausgelöst.

Seit seinem Abschied von Chelsea war Mourinhos Trophäenschrank bescheidener: ein Ligapokal und die Europa League mit Manchester United sowie eine Conference League mit Rom. Seine spätere Karriere führte ihn zu Tottenham, Fenerbahce und Benfica, wo er bis Juni 2027 unter Vertrag stand und zuvor behauptet hatte, der portugiesische Club habe eine Verlängerung vorgeschlagen. Experten argumentieren, dass das Spiel über Mourinhos pragmatischen Stil hinausgewachsen ist, aber Pérez scheint überzeugt, dass der portugiesische Trainer genau das ist, was nötig ist, um Disziplin und Biss in einen Kader mit Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und Jude Bellingham zu bringen. Denn nichts sagt "Zukunft des Fußballs" so sehr wie die Einstellung eines Mannes, dessen letzter großer Ligatitel 2015 war.