Cerebras Systems, ein Startup, dessen CEO Andrew Feldman seine Produkte selbstbewusst als "die schnellste KI-Hardware für Training und Inferenz" bezeichnet, hat offiziell die Papiere für den Börsengang eingereicht. Dies ist der zweite Versuch des Unternehmens, nachdem eine Einreichung im Jahr 2024 aufgrund einer Bundesprüfung einer Investition des in Abu Dhabi ansässigen G42 verschoben und dann zurückgezogen wurde. Unbeirrt sammelte Cerebras letztes Jahr eine satte 1,1 Milliarden US-Dollar in der Serie-G-Runde ein und dann im Februar eine kühle 1 Milliarde US-Dollar in der Serie-H-Runde, was zu einer angeblich 23 Milliarden US-Dollar hohen Bewertung führte - denn was sind schon ein paar Milliarden unter Freunden?

Das Unternehmen war fleißig dabei, einige ziemlich bedeutende Kunden zu gewinnen, um diese Bewertung zu rechtfertigen. In den letzten Monaten kündigte Cerebras eine Vereinbarung mit Amazon Web Services an, um seine Chips in Amazon-Rechenzentren einzusetzen. Noch bemerkenswerter ist, dass es einen Deal mit OpenAI im Wert von über 10 Milliarden US-Dollar sicherte, einen Vertrag, über den CEO Feldman nicht umhin konnte, sich zu brüsten. In einem kürzlichen Interview prahlte er: "Offensichtlich wollte [Nvidia] das schnelle Inferenzgeschäft bei OpenAI nicht verlieren, und wir haben es ihnen weggenommen", was beweist, dass im KI-Chip-Krieg Trashtalk offenbar ein Standardfeature ist.

Finanziell betrachtet ist das Bild eine klassische Geschichte zweier Rechnungslegungsmethoden. Laut der Einreichung erzielte Cerebras im Jahr 2025 einen Umsatz von 510 Millionen US-Dollar und einen Nettogewinn von 237,8 Millionen US-Dollar. Wenn man jedoch bestimmte einmalige Posten auf nicht-GAAP-Basis ausschließt, verwandelt sich dieser Gewinn magischerweise in einen Nettoverlust von 75,7 Millionen US-Dollar, was zeigt, dass Rentabilität, wie Schönheit, oft im Auge des Betrachters - oder des Buchhalters - liegt.

Was das bevorstehende öffentliche Angebot betrifft, hält sich das Unternehmen bedeckt und weigert sich, bekannt zu geben, wie viel Kapital es aufzubringen hofft. Ein Sprecher gab jedoch einen Zeitplan an und erklärte, dass das Angebot für Mitte Mai geplant ist. Investoren und Zuschauer können sich nun den Kalender für das nächste Kapitel in der Saga eines Unternehmens markieren, das anscheinend entschlossen ist, zu beweisen, dass seine massive Hardware eine ebenso massive Bewertung an den öffentlichen Märkten tragen kann.