ChatGPT, der KI-Chatbot, der einst die Welt zu erobern schien, hat jetzt das, was man nur als Wachstumskater bezeichnen kann. Laut Daten der Marktforschungsfirma Sensor Tower verzeichnete ChatGPT im April einen Anstieg der Deinstallationen um 132 Prozent im Jahresvergleich. Im letzten Monat wurde es noch schlimmer: Nach OpenAIs Deal mit dem Pentagon im Februar stiegen die Deinstallationen um 413 Prozent im Jahresvergleich.

Obwohl ChatGPT technisch gesehen immer noch Nutzer hinzugewinnt, ist das Tempo deutlich weniger beeindruckend. Die monatlich aktiven Nutzer stiegen im Januar um 168 Prozent, aber im April nur noch um 78 Prozent. Und obwohl ChatGPT immer noch eine „wesentlich größere Nutzerbasis“ als seine Konkurrenten hat, hinkt sein Wachstum hinter Claude her. In den letzten Monaten stiegen die Downloads von ChatGPT um 14 Prozent im Jahresvergleich, während Claude im gleichen Zeitraum einen Anstieg um das Elffache verzeichnete.

Diese Verlangsamung kommt zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, da OpenAI einen IPO anstrebt. CFO Sarah Friar soll Bedenken zu diesen Plänen geäußert haben. Laut The Wall Street Journal hat OpenAI kürzlich seine eigenen internen Ziele für neue Nutzer und Umsatz verfehlt, was Befürchtungen auslöste, dass „das Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage sein wird, zukünftige Computing-Verträge zu bezahlen, wenn die Einnahmen nicht schnell genug wachsen.“ Nichts wie ein bisschen existenzielle Beklemmung, um die IPO-Planung zu würzen.