Akt 3 Kritik: Queere Kunstgeschichte trifft auf 40 Jahre Paartherapie, gefilmt wie eine Hypnosesitzung
Die irischen Filmemacher Molloy und Lawlor verwandeln 40 Jahre Partnerschaft in einen hypnotischen, metatextuellen Dokumentarfilm über queere Kunstikonen – denn wer braucht schon Paartherapie, wenn man eine Kamera hat?
Telluride Filmfestival – Christine Molloy und Joe Lawlor, die irischen Künstler und Filmemacher, bekannt für ihre unheimlichen psychologischen Dramen und komplexen, selbsthinterfragenden Essayfilme, sind mit Akt 3 zurückgekehrt, einem Dokumentarfilm, der irgendwie sowohl ein tiefer Einblick in ihre 40-jährige Beziehung als auch ein werdendes Drama über die queeren Kunstikonen Claude Cahun und Marcel Moore ist. Denn warum nur über die eigene kreative Partnerschaft reflektieren, wenn man auch noch das faszinierendste lesbische Paar der Kunstgeschichte angehen kann?
Das Duo, das eine Karriere auf metatextueller Selbstbespiegelung aufgebaut hat (liebevoll als ihre 'Alfred Hitchcock'- und 'Chris Marker'-Seiten bezeichnet), hat einen Film geschaffen, der um einen seltsam selbstbewussten Dialog zwischen Molloy und Lawlor herum aufgebaut ist. Sie sprechen leise und langsam, wie hypnotisiert, jeder hält die Kamera auf den anderen in Schuss-Gegenschuss – eine Technik, die die Frage aufwirft: Ist das Intimität oder nur ein sehr aufwendiges Spiel von 'Ich zeige dir meins, wenn du mir deins zeigst'?
Ihre früheren Arbeiten, wie The Future Tense, dienten als Kommentar zu einem geplanten Film über die IRA-Erbin Rose Dugdale, der schließlich zum Drama Baltimore wurde. Akt 3 folgt einem ähnlichen Muster und kündigt möglicherweise ein konventionelles Drama über sein vermeintliches Thema an. Aber vorerst bekommen wir diese fesselnde, stilisierte Reflexion über Leben, Kunst und die unordentliche Schnittmenge der beiden. Denn nichts sagt 'romantischer Kurzurlaub' wie den Partner in extremer Nahaufnahme zu filmen, während man in gedämpften Tönen über die gemeinsame Geschichte spricht.
The Good Times
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