Die UN hat eine neue Initiative vorgestellt, um Opfer von Terroranschlägen vor Online-Schäden und Retraumatisierung zu schützen, gestützt auf erschütternde Berichte von Überlebenden, darunter die des Nova-Musikfestivals in Israel und einer Public-Viewing-Party zum FIFA-Weltmeisterschaftsfinale in Uganda.

Gestartet am Internationalen Tag des Gedenkens an und der Ehrung der Opfer des Terrorismus, kommt die Initiative mit einer deutlichen Erinnerung: Terrorismus tötet und verstümmelt jährlich Tausende, und Online-Schäden sind eine universelle Beschwerde unter Überlebenden. Saynab Warsame, eine Überlebende aus Somalia, brachte es auf den Punkt: 'In der heutigen digitalen Welt sind Erinnerungen fragil. Mit gefälschten Videos und Informationen kann die Wahrheit leicht verloren gehen oder verändert werden.'

Die Initiative, geleitet vom Netzwerk der Vereinigungen von Terroropfern (im letzten Jahr vom UN-Büro für Terrorismusbekämpfung eingerichtet), zielt darauf ab, dieser digitalen Erosion der Wahrheit entgegenzuwirken. Rachel Goldberg-Polin, deren Sohn Hersh unter den über 250 Geiseln war, die beim Nova-Musikfestival genommen wurden und nach 328 Tagen in Gaza getötet wurde, sagte bei der Veranstaltung: 'Tragischerweise bin ich nicht einzigartig.' Sie berief sich auf die 94 Jahre alte Debatte zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud über die menschliche Natur und stellte fest, dass 'die Zivilisation entscheiden muss, ob sie sich der Herausforderung stellen will, unsere natürlichen Tendenzen zum Krieg kontinuierlich einzudämmen.'

Hassan Ndugwa, Überlebender des Angriffs auf die Uganda World Cup Finals 2010, bei dem über 70 Menschen getötet wurden, verwandelte sein Trauma in Handeln. Als Mitbegründer des Uganda Muslim Youth Development Forum hat er Tausende Jugendliche mit Programmen zur Berufsbildung erreicht und bietet 'Alternativen für Jugendliche', die jetzt 'eine helle Zukunft sehen'. Er betont die Bedeutung der Stimmen von Überlebenden und des Gedenkens für die Heilung.

UN-Generalsekretär António Guterres schloss sich dem an: 'Das diesjährige Thema, Heilen durch Erinnerung, erinnert uns daran, dass Gedenken ein Weg zur Genesung und Erneuerung ist.' Er warnte davor, die Geschichten von Opfern auszunutzen, um Hass zu säen, besonders auf digitalen Plattformen, und forderte: 'Statt uns vom Terror spalten zu lassen, können und müssen wir vereint bleiben.' Denn, wie immer, liegt die Wahl bei uns.