Schottlands Reuben Ward ist der erste Mann, der für Schottland Gold im Mehrkampf der Commonwealth Games gewann. Sein triumphaler Auftritt ließ die Menge toben und die Konkurrenz alt aussehen. Ward sicherte sich den Sieg mit einer 12.700 am Reck und einer Gesamtpunktzahl von 79.650 – knapp vor Kanadas Felix Dolci (der bemerkenswerte 14.500 am Reck erzielte, aber insgesamt nur auf 64.950 kam) und Zyperns Marios Georgiou (78.950). Englands Adam Tobin holte Bronze mit soliden 13.050 am Reck und 78.800 Punkten. Wards Sieg war ein echter Nervenkrimi, aber er behielt die Ruhe: „Ich wusste, dass ich es kann, aber es dann wirklich zu schaffen, ist eine ganz andere Geschichte. Die Nerven am Reck zu behalten, war eine enorme Herausforderung.“ Er dankte seinem Team, seiner Familie und seinen Trainern – praktisch jedem, den er je getroffen hat.

Derweil stellte Indiens Mirabai Chanu Saikhom im Gewichtheben einen neuen Commonwealth-Rekord in der Klasse bis 48 kg der Frauen auf: 85 kg im Reißen und 105 kg im Stoßen – die 85 kg waren ebenfalls Commonwealth-Rekord. Ihren dritten Versuch ließ sie aus, weil sie ehrlich gesagt schon genug gezeigt hatte. Ruth Nyong aus Nigeria holte Silber mit 168 kg Gesamtleistung, Irene James Henry aus Malaysia Bronze mit 167 kg. Schottlands Alex Mackay stemmte 81 kg im Stoßen, während Wales‘ Nikole Roberts 84 kg schaffte – respektabel, aber nicht rekordverdächtig.

Im Schwimmbecken meldete sich Adam Ramsay-Peaty in den Vorläufen über 50 m Brust zurück, nur einen Tag nach seiner schockierenden Niederlage im 100-m-Finale. Der 31-jährige Schwimmer, bekannt für seine emotionale Offenheit und ein Poseidon-Tattoo, gab zu, dass er mit Burnout, einem gebrochenen Fuß und familiären Entfremdungen kämpft. Er bezeichnete seinen Plan, seine Karriere bei den Olympischen Spielen in Los Angeles zu beenden, als „den schwersten Aufstieg, den ich je bewältigen musste.“ Aber er ist wieder im Wasser, was mehr ist, als die meisten von uns nach einem harten Dienstag sagen können.

Im Boxen steht Englands Damar Thomas vor einer einzigartigen Herausforderung: Er muss Aziz Abdul ‚Ringo‘ besiegen, den Enkel von Idi Amin, dem ehemaligen ugandischen Diktator, der sich einst selbst zum „König von Schottland“ ernannte. Aziz ist stolz auf seine Abstammung und sagt: „Die Leistungen meines Großvaters haben mich inspiriert … Ein Löwe kann nichts von einem Hund oder einem Kamel zurückbekommen.“ Er verspricht, Thomas mit seinem mysteriösen ‚Ringo-Punch‘ auszuknocken, und falls er gewinnt, wird er sich zum „neuen König von Schottland“ erklären. Der letzte selbsternannte König von Schottland inspirierte einen oscarprämierten Film; dieser könnte eine Netflix-Dokumentation inspirieren.

Im Netball besiegte Australien England mit 66:47 in einem Vorrundenspiel und baute seine Commonwealth-Games-Bilanz gegen die Roses auf sieben Siege aus acht Begegnungen aus. Englands letzter Sieg war ein dramatischer Last-Second-Erfolg 2018, aber diesmal war Australien „schneller, schärfer und klinischer“, als hätten sie geübt. Malawi besiegte Nordirland mit 66:48 und rückte auf Platz vier der Gruppe A vor.

Und in einer Nacht voller Dramatik wurde Schottlands Reuben Ward der erste schottische Mann, der Commonwealth-Gold im Mehrkampf gewann – ein Beweis dafür, dass der Außenseiter manchmal doch gewinnt, besonders wenn die Menge aus voller Kehle „Flower of Scotland“ schreit.