Donald Trump hat Todd Blanche dauerhaft zum Generalstaatsanwalt ernannt und macht seinen ehemaligen persönlichen Anwalt zum obersten Strafverfolgungsbeamten des Landes. Denn nichts sagt „Justiz ist blind“ so sehr, wie den eigenen Anwalt mit der Leitung des gesamten Justizministeriums zu beauftragen.

Der US-Präsident deutete bereits früher in dieser Woche an, dass Blanche, der die Rolle seit April innehat, nachdem Trump Pam Bondi entlassen hatte, den Zuschlag erhalten würde. „Er ist ein sehr talentierter Typ“, sagte Trump in einem Podcast, was wir nur als glühende Referenz einer völlig unvoreingenommenen Quelle werten können.

Unter Blanche – einem treuen Trump-Verbündeten – hat das Justizministerium eine Reihe kontroverser Abenteuer unternommen, darunter die Anklage gegen den ehemaligen FBI-Direktor James Comey, die Ausweitung der Ermittlungen gegen den ehemaligen CIA-Direktor John Brennan und die Entfernung von Pressemitteilungen über Strafverfolgungen von Kapitol-Randalierern vom 6. Januar. Denn anscheinend lautet das Leitbild des Justizministeriums jetzt: „Verteidige den Präsidenten, ermittle gegen seine Feinde und entsorge das Unangenehme.“

Blanche spielte auch eine Schlüsselrolle bei dem Versuch, einen geheimen Fonds in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar zur Entschädigung von Trumps Verbündeten zu schaffen. Am Dienstag kündigte er abrupt an, dass der Fonds angesichts weit verbreiteter Kritik gestrichen worden sei. Der Plan kam etwa so gut an wie ein Bleiballon auf einer Heliumkonvention.

Die Ernennung bedarf der Bestätigung durch den Senat, wo selbst einige Republikaner gegen den vorgeschlagenen Fonds opponierten. Es besteht also noch eine Chance, dass der Senat entscheidet, dass es eine schlechte Idee ist, den persönlichen Anwalt des Präsidenten mit der Leitung der Bundesstrafverfolgung zu beauftragen. Aber haltet nicht die Luft an.