James Garfield Broadnax wurde am 30. April im Texas State Penitentiary durch eine tödliche Injektion hingerichtet, wie Rolling Stone berichtet. Der 2009 im Alter von 19 Jahren wegen Doppelmordes Verurteilte war zu einem Brennpunkt in der Debatte über die Verwendung von Rap-Texten als Beweismittel vor Gericht geworden. Im März hatte eine Starriege um Travis Scott, Young Thug und Killer Mike den Obersten Gerichtshof gebeten, die Hinrichtung zu stoppen. Der Gerichtshof lehnte ab, und Broadnax starb mit 37 Jahren.

Broadnax und sein Cousin Demarius Cummings wurden 2008 nach einem versuchten Carjacking festgenommen, bei dem die Produzenten Stephen Swan und Matthew Butler ums Leben kamen. Broadnax gestand schnell – prahlte sogar in den lokalen Nachrichten mit den Morden – obwohl er zu der Zeit unter dem Einfluss von mit PCP versetztem Gras stand. Eine überwiegend weiße Jury verurteilte ihn, aber vor der Strafzumessung legten die Staatsanwälte 40 handgeschriebene Rap-Texte vor, die in seinem Auto gefunden worden waren. Die Jury entschied sich für die Todesstrafe statt lebenslanger Haft ohne Bewährung.

Im Februar reichte Broadnax‘ Anwaltsteam einen Antrag auf Zulassung der Revision beim Obersten Gerichtshof ein. Daraufhin trat Cummings vor und sagte, er, nicht Broadnax, habe Swan und Butler getötet, und Broadnax habe die Schuld auf sich genommen, weil sein Vorstrafenregister kürzer war. Der Oberste Gerichtshof wies alle Berufungen zurück und stellte fest, dass Broadnax sein Geständnis nie widerrufen hatte.

Ein unterstützendes Schriftsatz von Killer Mike, Young Thug und anderen argumentierte, die Texte seien irrelevant, da sie nur bei der Strafzumessung verwendet wurden. Scotts separater Schriftsatz nannte die Anklage „eine kategorische und unverblümt verfassungswidrige inhaltliche Bestrafung von Rap-Musik als Ausdrucksform“. 2022 verabschiedeten New York und Kalifornien Gesetze, die die Verwendung von Texten als Beweismittel einschränken. Eine bundesweite Version, der RAP Act, wurde 2023 erneut eingebracht, bleibt aber im gesetzgeberischen Schwebezustand.