Die Videospiel-Disc ist tot, und Sony plant seit geraumer Zeit ihre Beerdigung, so ein Bericht aus Österreich. Dietmar Tanzer, Präsident von Sony DADC, sagte dem ORF Salzburg, dass das Werk in Thalgau derzeit täglich 600.000 Discs produziert, davon die Hälfte für PlayStation. Doch bis 2028 wird sich diese Menge auf nur noch 10 Prozent reduzieren, was Sony dazu veranlasst, alle 300 Mitarbeiter umzuschulen, um stattdessen optische Mikrolinsen herzustellen.

Thalgau ist nicht irgendein Disc-Werk – es ist der Hauptsitz von Sonys Disc-Herstellungsabteilung und scheint die letzte vollständig eigene Disc-Fabrik zu sein. Sony schloss seine US-Werke in Terre Haute, Indiana (2022 nach Thalgau verlegt) und New Jersey (2011 geschlossen). Die Anlage in Indiana hilft jetzt Automobilherstellern beim Verpacken von Scheinwerfern – eine Wendung, die fast poetisch erscheint.

Dieser Übergang zeichnet sich schon länger ab. Ein Hintergrundvideo vom Dezember 2024 zeigt, dass das Werk in Thalgau bereits mit Mikrolinsen experimentiert, die ebenfalls aus Discs hergestellt werden. Sony hat 30 Millionen Euro in die Mikrolinsenproduktion investiert, die Massenproduktion könnte „bereits im nächsten Jahr“ beginnen. Mikrolinsen haben verschiedene lichtbrechende Anwendungen, darunter Headsets und – warum auch nicht – Autoblinker, die auf Asphalt projiziert werden, wie der Leiter der Mikrooptik-Sparte von Sony demonstrierte.

Zusammenfassend: Sony hat diese Entscheidung nicht überstürzt und wird trotz vorhersehbarer Gegenwehr kaum umkehren. Das Unternehmen fährt die Disc-Produktion seit Jahrzehnten zurück, und mit der PlayStation reißt es sich das letzte Pflaster ab. Sony DADC hat bisher über 26,4 Milliarden Discs produziert, davon 23 Milliarden in Terre Haute zwischen 1983 und 2022. Das ist eine Menge Untersetzer.