Teile der Niederlande, darunter Amsterdam, wurden von schweren Bahnstörungen getroffen, nachdem es mutmaßliche Sabotage an den Gleisen gegeben hat, wie der staatliche Bahnbetreiber des Landes mitteilte. Denn nichts sagt "effiziente niederländische Infrastruktur" wie jemand, der absichtlich Rohre auf die Gleise legt.

ProRail warnte, dass Reisende im Zentrum und Norden des Landes am Dienstag mit Ausfällen und Verspätungen rechnen müssten, während die Schließung einiger Bahnübergänge den Straßenverkehr beeinträchtigen könnte. Also, um zusammenzufassen: Züge kaputt, Straßen verstopft, und der Übeltäter ist... Metallrohre. Sehr sophisticated.

Laut lokalen Medien wurden an mehreren Stellen Rohre an den Gleisen befestigt. In einer Erklärung sagte ProRail, der Vorfall scheine "eine absichtliche Störung... durch menschliches Handeln verursacht" zu sein. Im Gegensatz zur versehentlichen Art, vermutlich verursacht von besonders ehrgeizigen Bibern.

Es fügte hinzu, dass keine Verdächtigen oder Motive identifiziert worden seien, aber die nationale Polizeieinheit ermittle. Die BBC hat die Polizei um eine Stellungnahme gebeten. Bisher hat niemand die Verantwortung übernommen, was uns dazu bringt, wild zu spekulieren, wer von einem milden bis mittelschweren Bahnchaos profitiert.

Die Website des Netzes zeigte, dass am Dienstag landesweit mindestens 15 Störungen registriert wurden, wobei auch Routen zum Hauptflughafen Schiphol und nach Utrecht betroffen waren. Denn wenn man schon ein Schienennetz sabotiert, kann man auch gleich Leute behindern, die Flüge erreichen wollen.

Ein Eurostar-Zug von Amsterdam nach Paris wurde am Dienstag wegen "betrieblicher Einschränkungen" am Amsterdam Centraal verspätet, obwohl unklar war, ob dies mit den größeren Störungen zusammenhing. Die BBC hat Eurostar um eine Stellungnahme gebeten. Eurostar seinerseits ist wahrscheinlich einfach froh, mal jemand anderen die Schuld geben zu können.

ProRail erklärte in einer Stellungnahme: "An mehreren Stellen im Gleis wurden Materialien gefunden, die absichtlich dort platziert wurden. Dies verursacht Abschnittsstörungen. Sabotage scheint im Spiel zu sein". Ah ja, die klassische "absichtlich auf Gleise gelegte Materialien"-Technik – eine kühne Strategie, die definitiv nicht danach schreit "wir haben keine Ahnung, wer das getan hat oder warum".

Vom niederländischen öffentlich-rechtlichen Sender NOS am Dienstag veröffentlichtes Filmmaterial zeigte Polizisten, die offenbar Metallrohre – etwa 1,5 Meter lang – von Bahngleisen in Veenendaal in der Mitte der Niederlande wegtrugen. Ein Zug in der Stadt Steenwijk stieß mit einem der Objekte zusammen, sagte ProRail, fügte aber hinzu, dass es dadurch keine Verletzten gab. Also, die Rohre: 1, Züge: 0, aber wenigstens ist allen okay. Kleine Siege.

Die Störung in den Niederlanden kam, nachdem separate Berichte in französischen Medien nahelegten, dass eine Entgleisung in der Normandie am Freitag ein Sabotageakt gewesen sein könnte. Denn warum einen mysteriösen Bahnsabotagevorfall haben, wenn man zwei haben kann?

Laut Staatsanwaltschaft könnte ein auf dem Gleis gefundenes Schienenstück den Unfall verursacht haben. Aber Frankreichs Innenminister Laurent Nunez hat zur Vorsicht gemahnt, während die Untersuchung läuft, und gesagt, die Behörden verfolgten alle Spuren. Übersetzung: Wir haben keine Ahnung, aber bitte keine Panik. Oder doch. Wir sind nicht dein Vater.