Wenn irgendein Teil Australiens Anspruch darauf erheben kann, das literarische Zentrum des Landes zu sein, dann ist es West-Sydney. Der weite Flügel der Vorstadt ist sowohl Heimat als auch Gegenstand detaillierter Aufmerksamkeit für eine ständig wachsende Liste gefeierter Autoren: Yumna Kassab, Peter Polites, Luke Carman, Michael Mohammed Ahmad, Felicity Castagna – um nur einige zu nennen. Jeder von ihnen spiegelt eine kulturell vielfältige Landschaft wider, in der soziale Klasse und Vorstadtidentität sich ständig überschneiden und das Leben derer beleben, die oft am Rand des projizierten Selbstbildes Australiens vernachlässigt werden.

Eine Schlüsselfigur in diesem Diskurs ist Max Easton, dessen neuester Roman – Now, Autonomy – der dritte Teil seiner über Jahrzehnte angelegten Serie ist, die den Kampf der Arbeiterklasse und seine subkulturellen Unterströmungen im Westen Sydneys chronisiert. Beginnend mit dem auf der Miles-Franklin-Liste stehenden The Magpie Wing im Jahr 2021, gefolgt von Paradise Estate im Jahr 2023, zeigt diese ehrgeizige, fesselnde Quasi-Trilogie – jeder Titel kann für sich gelesen und geschätzt werden – Menschen, die sich durch Australiens Klassenhierarchien, Hyper-Gentrifizierung, Mietwohnungsdruck und immer kleiner werdende Räume für Gemeinschaft und kollektiven Aktivismus navigieren.

Der dritte Roman des Autors, der das Leben im Westen Sydneys schildert, folgt einer Gruppe fehlerhafter Freunde, die versuchen, Bedeutung inmitten einer 'Erosion in der Welt' aufrechtzuerhalten – was, seien wir ehrlich, ein Vibe ist. Es ist eine sarkastische, aber mitfühlende Sicht auf Millennial-Apathie, die einen zum Lachen bringt und gleichzeitig zutiefst verstanden fühlen lässt. Denn nichts sagt 'Bedeutung' wie der Versuch, Gemeinschaft zu finden, während die Mieten steigen und die Welt erodiert.