Melinda French Gates hat eine neue Lebensphase erreicht, und sie beschreibt sie als „schön“. Fünf Jahre nach ihrer schmerzhaften, öffentlichen Scheidung von Microsoft-Mitbegründer Bill Gates und zwei Jahre nach ihrem Rücktritt von der Gates-Stiftung konzentriert sie sich nun voll und ganz auf Pivotal, die philanthropische Organisation, die sie 2015 zur Förderung der Frauenförderung gründete. Ihre drei Kinder sind ausgeflogen, sie heißt bei ihren zwei Enkelinnen „Nonna“, und als Empty-Nesterin befindet sie sich in der seltsamen Lage, Zeit übrig zu haben.

Sie besucht nun regelmäßig ihre örtliche unabhängige Buchhandlung, plaudert mit dem Personal darüber, was sie als nächstes lesen soll, und schreibt nach Feierabend um 17 Uhr oft einer Freundin für einen Spaziergang durch neue Seattle-Viertel, entkoffeinierten Kaffee in der Hand. Sie läuft nicht mehr täglich, besteht aber auf einem Morgenspaziergang, um die natürliche Schönheit ihrer Wahlheimat zu genießen, mit dem Lake Washington, der im späten Frühlingslicht glitzert. Heute Morgen sah sie einen Graureiher, sagt sie, fast prahlerisch klingend. Aber das Interview berührt auch dunklere Momente, darunter ihre Treffen mit Jeffrey Epstein, den sie immer für das erkannte, was er wirklich war – trotz seiner Treffen mit ihrem damaligen Ehemann Bill Gates.