Der Regen, der versprochen wurde – und über den viel gejammert wurde – ist immer noch nicht gefallen, aber das Rennen wurde trotzdem vorgezogen, weil Voraussicht eine Sache ist. Kimi Antonelli, der offenbar vergessen hat, dass er nicht drei von vier Rennen dieser Saison gewinnen soll, klopfte sich auf die Brust und salutierte der Menge, während die italienische Nationalhymne spielte. In dieser Form könnte es ein Team von Mathematikern und ein Wunder erfordern, ihn einzuholen.
Lando Norris, gefragt, ob das heutige Rennen mehr Spaß gemacht habe als die vorherigen (Fahrer hatten sich über die Bedingungen beschwert), gab eine diplomatische Antwort: „Einige Dinge haben sich verbessert, einige sind gleich geblieben.“ Übersetzung: Es ist immer noch ein Autorennen.
Antonelli führte den Erfolg auf die Strategie seines Teams zurück: „Wir haben es geschafft, es offen zu halten, obwohl es nicht einfach war.“ Norris bemerkte derweil, dass sie beim Boxenstopp „unterboten“ wurden und zuerst hätten hereinkommen sollen. „Hut ab vor Mercedes und Kimi“, sagte er. „Wir stecken das weg.“
Charles Leclerc, der die meiste Zeit des Rennens einen Podiumsplatz innehatte, sah ihn in der letzten Runde verdunsten, als sein Auto offenbar beschloss, sich in einen Kreisel zu verwandeln. Oscar Piastri schnappte sich den dritten Platz, während Leclerc von George Russell und Max Verstappen überholt wurde. „Was für ein Rennen! Was für ein Rennen, Mann!“, schrie Antonelli über Funk und erschreckte dabei vermutlich ein paar Ingenieure.
Der Vorsprung des Italieners wuchs bis Runde 56 auf fast drei Sekunden an, und trotz eines kurzen Moments, in dem er befürchtete, seine Reifen seien „alle“ (Runde 37), bewahrte er die Ruhe. George Russell hatte einen „harten, schwierigen Tag“ auf Platz sechs und funkte einmal: „Ich bin nur vier rutschende Räder.“ Worauf wir sagen: Du bist mehr als das, George – du bist ein Mensch mit Gefühlen.
McLaren dachte, es würde um Runde 25 anfangen zu regnen. Tat es nicht. Es gab ein paar Tropfen, aber bei weitem kein Unwetter. Der Himmel blieb fest verschlossen, als wolle er alle verhöhnen, die den Wetterbericht gecheckt hatten. Antonelli, der erst im August 20 wird, führt nun die Meisterschaft an. Und das Wetter? Noch immer unentschlossen.