Grüne Kandidatin wegen mutmaßlichem Antisemitismus verhaftet – und macht trotzdem Wahlkampf, weil Regeln eher Vorschläge sind
Eine grüne Kandidatin, die wegen mutmaßlich antisemitischer Posts verhaftet wurde, macht trotzdem Wahlkampf, weil Parteiregeln offenbar nur Vorschläge sind.
Eine grüne Bezirkskandidatin, die diese Woche wegen mutmaßlich antisemitischer Social-Media-Beiträge verhaftet wurde, war am Wochenende beim Wahlkampf zu sehen – denn offenbar sind Partei-Regeln eher eine sanfte Empfehlung als ein striktes Gebot. Sabine Mairey, eine von zwei grünen Kandidaten in Lambeth, Südlondon, wurde am Donnerstagmorgen von der Metropolitan Police festgenommen. Während die Grünen aufgrund der polizeilichen Ermittlungen keine Stellungnahme abgaben, berichten Quellen, dass Mairey unter Untersuchung steht und wahrscheinlich bald suspendiert wird – allerdings nicht rechtzeitig, um sie davon abzuhalten, am Sonntag mit einer Gruppe von Aktivisten in Clapham auf die Straße zu gehen.
Die Parteiregeln besagen klar, dass Kandidaten unter Suspendierung oder Untersuchung nicht Wahlkampf machen sollten, aber Mairey entschied offenbar, dass Regeln für andere gelten. Die Bundespartei behauptet, sie habe von ihren Wochenendaktivitäten nichts gewusst und werde sie an die Regeln erinnern – vermutlich per einer deutlich formulierten E-Mail. Labour reagierte prompt: Wohnungsbauminister Steve Reed sagte, die Grünen seien „vom Kopf her verfault“ und warf dem Vorsitzenden Zack Polanski „moralische Feigheit“ vor.
Polanski, der jüdisch ist, sagte der BBC, antisemitische Kommentare „ekeln mich an“ und dass die Bekämpfung des Problems enorm wichtig sei – wobei er die Idee zurückwies, dass die Grünen im Vergleich zu anderen Parteien ein besonderes Problem hätten. Er sagte, er „distanziere sich“ von Kandidaten, die solche Kommentare machen, und würde Wählern raten, sie nicht zu wählen. Die andere Kandidatin, Saiqa Ali, wurde bereits suspendiert. Beide Namen wurden von der Kandidatenseite der Lambeth-Grünen entfernt – eine digitale Säuberung, die etwa so effektiv ist wie das Schließen des Stalltors, nachdem das Pferd nicht nur durchgebrannt ist, sondern auch fragwürdige Dinge in sozialen Medien gepostet hat.
The Good Times
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