Die iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi wurde unter wachsender Besorgnis über ihren sich verschlechternden Gesundheitszustand aus dem Gefängnis in ein Teheraner Krankenhaus verlegt – ein Schritt, den die Stiftung ihrer Familie als 'Aussetzung der Haftstrafe gegen schwere Kaution' beschreibt, die von den Behörden am Sonntag gewährt wurde.

Dies geschieht nach Wochen der Warnungen von Familie und Unterstützern, dass die Friedensnobelpreisträgerin von 2023 im Gefängnis sterben könnte, nachdem sie Anfang des Jahres zwei mutmaßliche Herzinfarkte erlitten hatte. Die 54-jährige Mohammadi, die den Nobelpreis für ihren Aktivismus gegen die Unterdrückung von Frauen im Iran erhielt, befindet sich nun im Teheraner Pars-Krankenhaus und wird von ihrem eigenen medizinischen Team behandelt, so die Narges-Mohammadi-Stiftung.

Sie hatte zehn Tage im Krankenhaus in Zandschan im Nordiran verbracht, wo sie ihre Haftstrafe verbüßte. Ihr in Paris lebender Ehemann berichtete am Wochenende, dass 'sie sich in keinem günstigen Allgemeinzustand befindet' und 'ihr Status weiterhin instabil ist'. Die Aktivistin hat im Gefängnis etwa 20 Kilogramm abgenommen, hat Schwierigkeiten beim Sprechen und ist kaum wiederzuerkennen, sagte ihre Anwältin Chirinne Ardakani.

Mohammadi begann 2021 eine 13-jährige Haftstrafe wegen 'Propagandatätigkeit gegen den Staat' und 'Verschwörung gegen die Staatssicherheit' zu verbüßen – Vorwürfe, die sie bestreitet. Sie erhielt im Dezember 2024 eine vorübergehende Freilassung aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran aus medizinischen Gründen, wurde aber letzten Dezember erneut festgenommen, weil sie bei einer Gedenkfeier 'provokative Bemerkungen' gemacht hatte. Ihre Familie behauptet, sie sei bei der Festnahme geschlagen und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Anfang Februar legte ein Revolutionsgericht weitere siebeneinhalb Jahre wegen 'Zusammenrottung und Verschwörung' sowie 'Propagandaaktivitäten' drauf. Letzten Monat sagte ihr Bruder Hamidreza, sie sei von Mitgefangenen im Gefängnis von Zandschan bewusstlos aufgefunden worden, nach einem weiteren mutmaßlichen Herzinfarkt.

Die Erklärung der Stiftung vom Sonntag besagte, dass 'eine Aussetzung nicht ausreicht' und Mohammadi 'dauerhafte, spezialisierte Pflege' benötige. Es hieß weiter: 'Wir müssen sicherstellen, dass sie nie wieder ins Gefängnis zurückkehrt, um die verbleibenden 18 Jahre ihrer Haftstrafe zu verbüßen. Jetzt ist es an der Zeit, ihre bedingungslose Freilassung und die Abweisung aller Anklagen zu fordern. Keine Menschen- und Frauenrechtsaktivistin sollte jemals für ihre friedliche Arbeit inhaftiert werden.'