Die Federal Trade Commission und vier Bundesstaaten – Alaska, Iowa, Nebraska und Texas – haben die World Professional Association for Transgender Health (WPATH) verklagt. Der Vorwurf: Die Gruppe habe irreführende Behauptungen über geschlechtsangleichende Versorgung für Minderjährige aufgestellt, und ihre Mitglieder hätten davon profitiert. Dies ist der neueste Schachzug der Trump-Administration und ihrer Verbündeten, um solche Versorgung einzuschränken – denn nichts sagt ‚Kinderschutz‘ wie ein koordinierter juristischer Angriff auf medizinische Leitlinien.

FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson ließ auf X verlauten: „Eltern haben ein Recht auf informierte Entscheidungen über die Gesundheit ihrer Kinder. Die FTC wird nicht zulassen, dass Eltern und Kinder von medizinischen Organisationen und Anbietern getäuscht werden, die Profit über die Gesundheit und Sicherheit von Kindern stellen.“ WPATH konterte, dass seine Leitlinien eine „auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Versorgung statt eines Einheitsansatzes“ fordern – was, wie man anmerken könnte, genau das ist, was informierte Einwilligung ausmacht.

Die Klage folgt auf eine FTC-Untersuchung, die WPATH zuvor zu blockieren versucht hatte, mit der Begründung, die Behörde verletze ihre Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz. Ein Bundesrichter setzte die Untersuchung im Mai vorläufig aus. Die FTC hat auch Ermittlungen gegen die American Academy of Pediatrics und die Endocrine Society wegen ihrer Leitlinien zur geschlechtsangleichenden Versorgung eingeleitet; beide Gruppen haben ebenfalls geklagt. WPATH, das seit über 50 Jahren allgemein anerkannte medizinische Standards für geschlechtsangleichende Versorgung auf der Grundlage „etablierter wissenschaftlicher Standards, Expertenkonsens und patientenzentrierter Werte“ festlegt, stellte in einer Erklärung fest, dass ein Bundesgericht bereits einmal gegen die FTC entschieden habe. „WPATH ist in einer starken Position, um zu beweisen, dass die FTC aus purer Vergeltung handelt, als Teil des unerbittlichen und gezielten Feldzugs der Bundesregierung, um geschlechtsangleichende Versorgung zu untergraben, indem sie die Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz und die Unabhängigkeit professioneller medizinischer Organisationen angreift“, hieß es in der Erklärung. „Wir erwarten das gleiche Ergebnis, wenn wir uns diesem neuesten Angriff auf WPATH und seine Mission widersetzen, evidenzbasierte Versorgung und Beratung für Ärzte und ihre Patienten zu fördern.“