Ein französisches Paar lernt gerade, dass in Portugal „Verstecken an der Autobahn spielen“ keine anerkannte Erziehungsmethode ist. Ein Gericht hat entschieden, dass sie in Untersuchungshaft bleiben, nachdem sie angeblich ihre beiden kleinen Jungen am Straßenrand bei Alcacer do Sal, etwa 100 Kilometer südlich von Lissabon, ausgesetzt haben.

Die Jungen im Alter von vier und fünf Jahren wurden am Dienstagabend weinend neben der Straße gefunden. Ihre mutmaßlichen Aussetzer, identifiziert als Marine R und Marc B, wurden am Donnerstag in Fatima festgenommen. Als sie am Samstag dem Gericht vorgeführt wurden, rief der Mann auf Französisch „Ich liebe dich“ und die Mutter sang. Ein Richter war offenbar unbeeindruckt von dem Ständchen und ordnete Untersuchungshaft an.

Beiden wird Kindesgefährdung und Aussetzung vorgeworfen, Marc B bekommt als Bonus noch schwere Körperverletzung dazu. Die Kinder sind jetzt bei einer französischen Pflegefamilie in Lissabon und sollen nach Frankreich zurückkehren. In der Zwischenzeit soll das Paar in getrennten Zellen „sich gegenseitig anschreien“ – ein Beweis, dass selbst Inhaftierung einen guten Streit nicht stoppen kann.

Die Mutter eines Autofahrers erzählte portugiesischen Medien, dass einer der Jungen sagte, sie seien verbunden worden und sollten ein verstecktes Spielzeug finden – nur um festzustellen, dass ihre Mutter verschwunden war. Denn nichts sagt „lustiges Familienspiel“ wie am portugiesischen Straßenrand ausgesetzt zu werden. Der Hintergrund des Paares? Marine R beschreibt sich auf LinkedIn als Sexologin mit Spezialisierung auf „körperorientierte Praktiken, Psychotrauma und Entwicklungsdynamik“. Marc B ist ein ehemaliger französischer Gendarm, der 2010 den Dienst quittierte. Offenbar deckte keiner der beiden Skills „grundlegende Kinderbetreuung“ ab.