WASHINGTON – Das Büro für Weltraumhandel hat einen Vorschlag zur Regulierung neuartiger Weltraumaktivitäten vorgelegt und verspricht Unternehmen einen klaren Weg nach vorne ohne das übliche bürokratische Haareraufen. Der im März vorgestellte Plan bietet eine freiwillige „Weltraumhandelszertifizierung“ für Unternehmen, die beweisen wollen, dass sie sich an die Regeln halten, ohne sich im Bürokratie-Dschungel zu verheddern.

„Das derzeitige Lizenzsystem ist nicht darauf ausgelegt, sie zu adressieren“, sagte Taylor Jordan, Direktor des Büros, in Bezug auf Aktivitäten wie Satellitenwartung und kommerzielle Raumstationen bei einer Anhörung des Wissenschaftsausschusses des Repräsentantenhauses am 15. Juli. „Die US-Vorschriften bieten keinen klaren Weg zu ‚Ja‘ für neuartige Aktivitäten. Stattdessen riskieren sie, unsere Industrie in einem endlosen Irrgarten gefangen zu halten.“

Nach dem Vorschlag würde das Büro zu einer zentralen Anlaufstelle für Unternehmen werden, die neuartige Weltraumvorhaben planen, Informationen sammeln und mit anderen Behörden koordinieren. „Der Eckpfeiler unseres Vorschlags ist die Schaffung einer Zertifizierung, die bestehende Regulierungswege in einem klaren, unkomplizierten, zentralisierten Prozess vereinheitlichen soll“, sagte Jordan. Zertifizierte Unternehmen könnten diese nutzen, um Anforderungen der FAA und FCC zu erfüllen und sich so mehrere Antragskopfschmerzen zu ersparen.

Die Gesetzgeber waren sich über die Notwendigkeit von Klarheit einig. Abgeordneter Brian Babin merkte an, dass das Repräsentantenhaus vor fast einem Jahrzehnt ähnliche Gesetze verabschiedet habe, die jedoch im Senat gescheitert seien. „Wir müssen die regulatorische Sicherheit bieten, die Unternehmen brauchen“, sagte Abgeordneter Mike Haridopolos. Abgeordnete Zoe Lofgren fügte hinzu: „Klarheit darüber, wer bestimmte Aktivitäten reguliert, ist nötig.“

Jordan sagte, der Vorschlag warte auf die Zustimmung des Weißen Hauses, habe aber Unterstützung von den beteiligten Behörden. Bei Genehmigung werde das Büro Aufforderungen zur Einreichung von Anträgen aus der Industrie veröffentlichen, um den Prozess zu testen, mit Fokus auf „ausgereifte Technologien und ausgereifte Missionen.“

Die Anhörung befasste sich auch mit dem Traffic Coordination System for Space (TraCSS), einem zivilen Weltraumlageerfassungssystem, das das Büro entwickelt. Der Haushaltsentwurf des Weißen Hauses für das Haushaltsjahr 2027 sah dafür keine Mittel vor, sondern schlug stattdessen Nutzergebühren vor. Jordan gelobte, dass TraCSS in irgendeiner Form fortgeführt werde. „Die Frage ist nicht, ob wir SSA-Daten bereitstellen sollten, sondern wie wir das als Bundesregierung tun.“