Bayern München fuhr am Mittwoch im DFB-Pokal einen entspannten 6:1-Sieg gegen den Zweitligisten Magdeburg ein – ein Ergebnis, das ohne Cheftrainer Vincent Kompany zustande kam, der am selben Tag aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Assistent Aaron Danks übernahm für das Sechzehntelfinale die Bank, während Harry Kane geschont wurde. Der Ballon-d'Or-Gewinner erhielt vor Anpfiff vor 75.000 Fans in der Allianz Arena ein Spalier seiner Teamkollegen – denn nichts sagt „Gute Besserung“ wie ein feierlicher Tunnel aus klatschenden Kollegen.

Bayern hatte keine Schwierigkeiten ohne seinen Starstürmer. Michael Olise eröffnete den Torreigen und verwandelte in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter. Ismael Saibari, Alphonso Davies, Nathaniel Brown und der Teenager David Santos Daiber trugen sich ebenfalls in die Torschützenliste ein, Mateusz Zukowski traf für die Gäste. Der deutsche Pokalsieger erhielt vor dem Spiel gute Nachrichten: Kompany durfte fünf Tage nach seinem Zusammenbruch beim Training am Freitag nach Hause zurückkehren. Bayerns Sportdirektor Max Eberl verriet, dass der Belgier an einer Hirnhautreizung litt.

„Wir haben die Ursache identifiziert: Es handelt sich um eine Hirnhautreizung, die den Vorfall am letzten Freitag ausgelöst hat“, sagte Eberl. „Er durfte nun nach Hause gehen, wo er seine Rehabilitation fortsetzen kann … [was] Ruhe und Medikamente bedeutet. Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass er sehr bald wieder mit 100 % an der Seitenlinie stehen wird.“ Das ist das medizinische Äquivalent zu „Nichts zu sehen hier, Leute“ – vorgetragen mit der Überzeugung eines Mannes, der noch nie eine Diagnose googeln musste.

Olise schob nach zehn Minuten eine hervorragende Vorlage von Saibari ein, doch die Außenseiter glichen fünf Minuten später durch Zukowski aus. Olise legte dann Mitte der ersten Halbzeit für Saibari auf und erhöhte früh in der zweiten Halbzeit per Strafstoß, bevor er lächelte und auf Kane, Bayerns regulären Elfmeterschützen, auf der Bank zeigte – eine Geste, die ungefähr übersetzt: „Schau, was ich kann, wenn du nicht die Elfmeter für dich beanspruchst.“

Der jugendliche Angreifer Lennart Karl bereitete Tore für Davies und Brown vor, bevor Santos Daiber mit einem Treffer in der Nachspielzeit dem Sieg noch mehr Glanz verlieh. „Wir gewinnen natürlich auch für ihn“, sagte Brown über Kompany. „Es ist wirklich gut, dass er jetzt wieder zu Hause ist. Er sollte sich etwas ausruhen, aber hoffentlich sehen wir ihn bald wieder.“ „Wir sind sehr froh, dass [Vincent] sich besser fühlt“, sagte Danks, der die Mannschaft weiter führen wird, während Kompany sich erholt. „Aber er muss sich ausruhen, Zeit mit seiner Familie verbringen und weiter gesund werden. Es geht ihm besser und er ist auf dem Weg der Besserung. Wir werden einfach versuchen, unser Bestes zu geben und uns auf das Spiel am Samstag vorzubereiten.“ Übersetzung: Bitte beeil dich nicht, uns geht es gut.

Andernorts drehte Bayer Leverkusen einen Zwei-Tore-Rückstand in einen 5:2-Sieg gegen den Zweitliga-Aufstiegsaspiranten Nürnberg, wobei Verteidiger Edmond Tapsoba zweimal traf und auch Patrik Schick, Jonas Hofmann und Lucas Vázquez erfolgreich waren. Deniz Undavs Treffer in der 90. Minute bescherte Stuttgart einen 1:0-Sieg gegen das dezimierte Paderborn, während Freiburg ebenfalls in der Nachspielzeit gewann. Der japanische Angreifer Keisuke Goto erzielte in den letzten 15 Minuten zwei Tore und verwandelte einen 1:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg gegen Wolfsburg. Der Zweitligist Dynamo Dresden überraschte Schalke mit 2:0, und Holstein Kiel schaltete Hoffenheim nach einem 1:1 im Elfmeterschießen mit 4:3 aus und erreichte das Achtelfinale.

Jenseits der Grenze in Polen gab es eine riesige Überraschung: Der amtierende Meister Lech Posen verlor mit 0:1 gegen den Viertligisten Siarka Tarnobrzeg in einem Pokalspiel, das am Mittwoch um 12.30 Uhr angepfiffen wurde. Lech hatte letzte Woche in der Europa League ein 1:1 gegen Sunderland gehalten und am Sonntag Legia Warschau besiegt, um die Tabellenspitze der polnischen Liga zu übernehmen – doch sie wurden durch Arkadiusz Kasias Kopfball in der zweiten Halbzeit auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nichts sagt „Magie des Pokals“ wie ein Viertligist, der dir die Woche vor dem Mittagessen ruiniert.

Inter Mailand kehrte mit einem nervösen 2:0-Sieg beim Tabellenletzten Venedig an die Spitze der Serie A zurück, während Bologna im San Siro mit 4:2 gewann und Mailand die erste Ligapleite der Saison zufügte. Meister Inter zog mit Lazio gleich