Bereits im April berichtete Reuters, dass Anthropic mit dem Gedanken spiele, eigene KI-Chips herzustellen, um auf Chipknappheit zu reagieren. Nun scheint das Unternehmen ernst zu machen.

Am Donnerstag berichtete The Information, dass Anthropic Kontakt zu Samsung aufgenommen habe, um eine Zusammenarbeit bei dem geplanten Chip auszuloten. Allerdings hat Anthropic laut dem Bericht noch nicht entschieden, wofür der Chip verwendet werden soll, wie er in den Server passt oder wie leistungsfähig er sein wird.

Auf Nachfrage teilte Anthropic TechCrunch mit, dass ein diversifizierter Hardware-Stack, der Chips von Google, Amazon und Nvidia umfasst, weiterhin entscheidend für seine Rechenstrategie sei. Zu einer möglichen Partnerschaft mit Samsung wollte das Unternehmen keine weiteren Angaben machen.

Eine Reihe von KI-Unternehmen haben versucht, eigene Chips zu entwickeln – sowohl um einzigartige Hardware für bestimmte Rechenaufgaben zu schaffen als auch um ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von Nvidia zu erlangen, das weiterhin der unangefochtene Marktführer in der Chipindustrie ist.

Anthropics Ankündigung könnte auch eine Reaktion auf eine Ankündigung seines Hauptkonkurrenten OpenAI von letzter Woche sein, der sich mit Broadcom zusammengetan hat, um einen eigenen, maßgeschneiderten Inferenzprozessor namens „Jalapeño“ vorzustellen. OpenAI sagt, dass der Chip effizienter sei und eine bessere Leistung pro Watt biete als andere Konkurrenzchips. Amazon und Google bieten beide maßgeschneiderte TPUs als Teil ihrer Cloud-Angebote an.

Samsung ist bereits in der KI-Branche verankert und fungiert als wichtiger Partner von Nvidia, indem es Chips produziert, die das Unternehmen zum Trainieren oder Ausführen seiner KI-Modelle benötigt. Im Gegenzug nutzt Samsung Nvidias Software zur Herstellung seiner Chips. Die beiden arbeiten an einer KI-Chipfabrik in Südkorea. Samsung hat auch über eine Partnerschaft mit Google bei seinen Chip-Herstellungsbemühungen gesprochen.