Abnehmmedikamente haben in den letzten Jahren einen enormen Popularitätsschub erlebt, mehr als zwei Millionen Menschen in Großbritannien nutzen sie mittlerweile. Doch während Präparate wie Wegovy und Mounjaro beim Gewichtsverlust helfen, scheinen sie auch die Ausgabegewohnheiten der Nutzer umzukrempeln.

Im Juni veröffentlichte das Marktforschungsunternehmen Worldpanel by Numerator eine Studie, die untersucht, wie sich dies auf die Lebensmittelausgaben britischer Nutzer auswirkt. Die Forschung basierte auf Umfrageantworten und beobachteten Kaufdaten von über 11.000 Haushalten im Februar. Ein zentrales Ergebnis: Haushalte mit mindestens einem GLP-1-Nutzer gaben im Jahr nach Beginn der Medikation durchschnittlich 418 Pfund weniger für Lebensmittel aus als Nichtnutzer. Hochgerechnet entspricht dies einem Rückgang der nationalen Lebensmittelausgaben um 780 Millionen Pfund.

Die Menschen kauften auch weniger von bestimmten Produkten und gaben mehr für andere aus, während sie die Medikamente nahmen. Die Kontrollgruppe berichtete von weniger Ausgaben für Schokolade und Gebäck, dafür mehr für Obst und proteinreiche Lebensmittel wie Garnelen. Aber sie kauften mehr Kaugummi, Mundwasser und Haarfärbemittel – Produkte, die typischen GLP-1-Nebenwirkungen wie Haarausfall und Mundgeruch entgegenwirken. Wie Nishita Pattni, Senior Consultant bei Worldpanel, es formulierte: „Dies ist nicht einfach eine Geschichte von schrumpfender Nachfrage. Es ist auch eine Geschichte von sich verlagernder Nachfrage.“

Abnehmspritzen scheinen auch die Ausgaben für Essen außer Haus zu beeinflussen. Fast zwei Drittel der von Worldpanel Befragten gaben an, seit Beginn der Spritzen Mahlzeiten auswärts reduziert oder ganz gestrichen zu haben. Cornells Forschung fand derweil einen Rückgang der Ausgaben bei Fast-Food-Ketten und Coffee-Shops um 8 Prozent. Allerdings bereiten die Kosten der Medikamente Sorgen: Die überwältigende Mehrheit der britischen Patienten zahlt privat, mit Rezeptkosten von über 300 Pfund pro Monat. Eine Umfrage von Zava unter 167 Nutzern ergab, dass der Hauptgrund für das Absetzen der Medikation die Kosten waren.