Hunderttausende Menschen mit Typ-2-Diabetes in Großbritannien könnten bald ihre täglichen Insulinspritzen gegen eine wöchentliche Injektion eintauschen, was die jährliche Anzahl der Injektionen um erstaunliche 86% reduziert. Die neue Behandlung, die die vorläufige Zulassung des National Institute for Health and Care Excellence (Nice) erhalten hat, soll genauso gut wirken wie tägliches Insulin, erfordert aber nur eine einzige Injektion pro Woche.

Diabetes UK hat den Schritt begrüßt und darauf hingewiesen, dass er für diejenigen, die mit täglichen Injektionen zu kämpfen haben, ein Wendepunkt sein könnte, darunter gebrechliche Menschen, Menschen mit Sehverlust, eingeschränkter Handbewegung oder Lernbehinderungen. Douglas Twenefour, klinischer Leiter bei Diabetes UK, sagte, die wöchentliche Option könne helfen, Diabetes einfacher zu managen und die Lebensqualität vieler zu verbessern.

Etwa 4,7 Millionen Menschen in Großbritannien lebten 2024-25 mit Diabetes, wobei etwa 90% Typ-2-Diabetes hatten. Die Erkrankung beeinträchtigt die Fähigkeit des Körpers, Insulin effektiv zu produzieren oder zu nutzen. Etwa 1 von 4 Menschen mit Typ-2-Diabetes nimmt derzeit Insulin ein.

Helen Knight, Direktorin für Medikamentenbewertung bei Nice, sagte, die Behandlung könnte für Patienten einen "echten Unterschied" machen, insbesondere für diejenigen, die auf Pflegekräfte oder medizinisches Fachpersonal für Injektionen angewiesen sind. Sie betonte, dass die Empfehlung auf strengen Beweisen basiere und den Nutzen für die Patienten mit den finanziellen Zwängen des NHS abwäge.

Bevor Patienten die Behandlung jedoch im NHS erhalten können, muss sie von der Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) zugelassen werden. Die Gesundheitsbehörden warten auf die Entscheidung der MHRA, um zu bestimmen, ob sie eingeführt werden kann. Die Nice-Richtlinie gilt für den NHS in England, wobei Wales oft folgt, während Nordirland und Schottland separate Überprüfungsverfahren haben.

Also wartet die Nation vorerst mit angehaltenem Atem - und einer etwas leichteren Nadelanzahl - darauf, dass die MHRA grünes Licht gibt.