SoftBank Group hat heute angekündigt, bis zu 75 Milliarden Euro (rund 87 Milliarden Dollar) für den Ausbau der Rechenzentrumskapazität in Frankreich auszugeben, denn nichts sagt „Je ne sais quoi“ wie eine riesige Serverfarm.

Das Unternehmen erklärt, das Ziel sei die Entwicklung und der Betrieb von bis zu 5 Gigawatt zusätzlicher Rechenzentrumskapazität. Die erste Phase umfasst den Bau von Rechenzentren in Dünkirchen (Loon-Plage), Bosquel und Bouchain, um bis 2031 3,1 Gigawatt Kapazität in der Region Hauts-de-France bereitzustellen. Das ist eine Menge Rechenleistung – oder, wie die Franzosen sagen würden, „beaucoup de calcul“.

SoftBank, die sowohl Investorin als auch Kundin von OpenAI ist, bezeichnet dies als ihre größte KI-Infrastrukturinvestition in Europa. Denn wenn man auf KI setzt, braucht man einen Ort, um all diese halluzinierten Fakten zu speichern.

In einer Erklärung bezeichnete der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure die Ankündigung als „Zeugnis von Präsident Emmanuel Macrons Ehrgeiz, Frankreich als führenden Standort entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette zu positionieren.“ Übersetzung: Frankreich will dort sein, wo die KI-Action ist, und ist bereit, einen japanischen Mischkonzern die stromfressenden Knotenpunkte bauen zu lassen, um das zu beweisen.

In den USA hingegen nimmt der Widerstand gegen den Bau von Rechenzentren aus Umweltgründen und wegen Fragen zu den Auswirkungen auf das Stromnetz und die Strompreise zu. Unbeeindruckt kündigte SoftBank zuvor Pläne an, in Ohio ein Rechenzentrum zu bauen, das von einem neuen 9,2-Gigawatt-Erdgaskraftwerk versorgt wird. Denn den Energiebedarf der KI mit fossilen Brennstoffen zu decken, ist definitiv eine zukunftsweisende Strategie.