Juliette de Marcillacs Dokumentation 'Nightwatchers' folgt den Freiwilligen, die jenen helfen, die die französisch-italienische Grenze überqueren, und beleuchtet die Heucheleien, die der Behandlung von Asylsuchenden zugrunde liegen.
Mit seinen rustikalen Holzchalets und spektakulären Alpengipfeln ist der französische Skiort Montgenèvre seit langem ein beliebtes Reiseziel. Blickt man jedoch hinter diese postkartenschönen Panoramen, zeichnet de Marcillacs fesselnde Dokumentation ein ganz anderes Bild: Sie konzentriert sich auf eine humanitäre Krise, die unter der schneeweißen Fassade eines idyllischen Ortes schwärt.
Ein Wirbel aus Verwirrung und Angst umhüllt die erschütternde Eröffnungssequenz des Films, die eine Gruppe verzweifelter Migranten verfolgt, die über die italienische Grenze nach Montgenèvre wandern, in der Hoffnung, in Frankreich Asyl zu beantragen. Darunter sind schwangere Frauen und sogar kleine Kinder, von denen viele an Erfrierungen, Erschöpfung und anderen lebensbedrohlichen Zuständen leiden. Ihre Not wird jedoch nur mit Einschüchterung und Haftbefehlen der örtlichen Polizei beantwortet.