Eine russische Drohne ist am frühen Freitag in ein Wohnhaus in Rumänien gekracht, denn offenbar brauchte der Krieg in der Ukraine eine neue Immobilienentwicklungsperspektive. Das rumänische Verteidigungsministerium bestätigte den Einschlag in der östlichen Stadt Galati und stellte fest, dass er einen Brand verursachte und zwei Menschen verletzte – sie sind die ersten rumänischen Bürger, die während des vierjährigen Konflikts persönliche Bekanntschaft mit Russlands Navigationskünsten aus der Luft machten.

Die gesamte Sprengladung der Drohne detonierte im zehnten Stock, so die rumänische Generalinspektion für Notfallsituationen – Subtilität war noch nie Moskaus Stärke. Russland hat sich bisher nicht geäußert, was wahrscheinlich auch besser ist – ihre Pressemitteilungen geben ohnehin meist der NATO die Schuld.

Das rumänische Außenministerium nannte es „eine ernste und verantwortungslose Eskalation“, was auf diplomatisch so viel heißt wie „wir sind wirklich, wirklich sauer“. Bukarest hat den NATO-Generalsekretär informiert und Maßnahmen zur Beschleunigung der Abwehrfähigkeiten gegen Drohnen gefordert – vermutlich, weil das Leben in einem Land, das an eine Kriegszone grenzt, schon stressig genug ist, ohne explodierende Hausgäste.

Zwei Personen wurden wegen Schürfwunden behandelt, und etwa 70 Bewohner wurden evakuiert, während die Feuerwehr den Brand bekämpfte – eine bescheidene, aber unwillkommene Abweichung von den üblichen drohnenbedingten Sachschäden, die zuvor nur Gebäude, aber keine Menschen beschädigt hatten. Die NATO schickte zwei F-16 nach der Entdeckung der Drohnen in die Luft, denn nichts sagt „wir passen auf“ wie Kampfjets, die nach dem Vorfall eintreffen.

Das rumänische Verteidigungsministerium stellt fest, dass seit Kriegsbeginn im Februar 2022 Drohnenfragmente 47 Mal auf rumänischem Gebiet gefunden wurden – allein 12 davon in diesem Jahr. Das ist eine Menge ungebetener metallischer Souvenirs. Inzwischen gab die Ukraine einen landesweiten Luftalarm aus, und in der von Russland kontrollierten Region Donezk wurden drei Versorgungsarbeiter durch einen ukrainischen Drohnenangriff getötet – denn der Krieg verschont niemanden, nicht einmal die Typen, die die Stromleitungen reparieren.