Deutschlands Pride-Feierlichkeiten nahmen am Samstagabend eine düstere Wendung, als ein Fahrer einen Transporter in eine Menschenmenge am Rande des Berliner Tiergartens steuerte, eine Person tötete und 16 weitere verletzte – mehrere davon schwer. Der Vorfall zwang die Organisatoren, eine der größten LGBTQ+-Veranstaltungen Europas abrupt zu beenden, die bei sommerlichem Sonnenschein Hunderttausende Feiernde angezogen hatte.

Bundeskanzler Friedrich Merz, offenbar nicht in Scherzlaune, gelobte, die Verantwortlichen zu bestrafen. Die Polizei leitete eine Fahndung nach dem Fahrer ein, der den weißen Transporter nach dem Anschlag um 22 Uhr im Park zurückließ. Sirenen erfüllten die Luft, als Rettungskräfte in der Nähe des Reichstags einen Hubschrauberlandeplatz einrichteten, um die Verletzten in Krankenhäuser zu bringen.

Berlins Bürgermeister Kai Wegner nannte es „einen Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“ – eine schicke Umschreibung dafür, dass jemand einen Transporter in eine Pride-Parade gesteuert hat. Die Parade, lokal als Christopher Street Day (CSD) bekannt, feierte in Berlin ihr 46. Jubiläum, nachdem sie 1979 in West-Berlin begonnen hatte. Das diesjährige Motto lautete „Stellung beziehen ist heiß“ – eine Antwort auf das, was Organisatoren als „zunehmende Feindseligkeit“ gegenüber queeren Menschen in Deutschland bezeichneten.

Diese Feindseligkeit, so Aktivisten, werde durch den Aufstieg der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) und eine Zunahme islamistisch inspirierter Anschläge angeheizt. Berlin steht im September eine Landtagswahl bevor, was einer ohnehin angespannten Situation eine zusätzliche politische Note verleiht. Fürs Erste bleibt der Stadt nur zu trauern und sich zu fragen, wie aus einer Feier der Freiheit ein Tatort werden konnte.