Das Derby zwischen Slavia Prag und Sparta Prag endete nicht mit einer Meisterkrönung, sondern mit einem Platzsturm – denn offenbar hatten die Fans andere Pläne. Die Partie wurde am Samstag abgebrochen, nachdem hunderte Slavia-Anhänger in der Nachspielzeit im Fortuna-Stadion den Rasen stürmten, nur Sekunden bevor Slavia mit einer 3:2-Führung den tschechischen Meistertitel klarmachen wollte.
Heimfans durchbrachen Sicherheitsbarrieren, überfluteten das Feld mit brennenden Fackeln und stürmten auf den Gästeblock zu, wo sie Pyrotechnik in die Ränge warfen. Spieler beider Teams suchten in dem Chaos Schutz. Die tschechische Polizei griff ein und leitete Strafverfahren wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch ein. Sie bestätigte, dass Sparta-Torwart Jakub Surovcik von einer Fackel getroffen und von der Menge attackiert wurde.
„Dass jemand während des Spiels auf mich zurennt und mir ins Gesicht droht, begleitet von einem Angriff, ist absolut inakzeptabel, und ich werde dies rechtlich verfolgen“, erklärte Surovcik in den sozialen Medien – wohl nicht die Siegesrede, die er sich vorgestellt hatte. Der Schiedsrichter brach die Partie ab, und tschechische Medien berichteten, dass Sparta-Spieler aus Sicherheitsgründen unter Polizeischutz das Stadion verließen.
Slavia-Vorsitzender Jaroslav Tvrdik unterstützte die Entscheidung, das Spiel zu beenden, nannte den Vorfall „eine Schande“ und merkte an: „Der Gegner meldete einen Angriff auf einen oder zwei Spieler. Ich denke, es ist legitim, dass das Spiel beendet wurde.“ Eine Einsicht, die wohl nicht viel Nachdenken erforderte, aber so ist es nun mal.