KI-Labore bringen neue Modelle auf den Markt, als müssten sie eine Quote erfüllen, und Moonshot AIs Kimi K3 ist der neueste Kandidat, der in den Ring steigt. Mit 2,8 Billionen Parametern ist es das größte Open-Source-Modell auf dem Markt, entwickelt für „langfristiges Programmieren, Wissensarbeit und logisches Denken“ – im Grunde all das, was Menschen das Gefühl gibt, unzulänglich zu sein. Zum Vergleich: Das ist fast doppelt so groß wie DeepSeek V4 Pro, das Modell, das US-Laboren im Januar 2025 kollektiv einen Panikanfall bescherte.
Kimi K3 schaffte es, Anthropics Fable 5 im Arena-Benchmark für Frontend-Programmierung zu übertreffen, der komplexe agentische Programmieraufgaben misst. Allerdings beeilte sich Moonshot zu betonen, dass Kimi K3 insgesamt Fable 5 nicht wirklich schlägt – es konkurriert nur mit ihm und OpenAIs GPT-5.6 in einigen einzelnen Benchmarks. Also, ein Sieg ist ein Sieg, aber vielleicht nicht der, der eine Konfettiparade rechtfertigt. Moonshot plant, die Gewichte des Modells bis zum 27. Juli zu veröffentlichen, vermutlich damit jeder sehen kann, wie die Wurst gemacht wird.
Warum es wichtig ist: Kimi K3s wettbewerbsfähige Leistung und rekordverdächtige Open-Source-Größe haben die ewige Debatte neu entfacht, ob proprietäre amerikanische Spitzenmodelle ihre hohen Preisschilder wert sind. Fable 5 kostet 50 Dollar pro Million Ausgabetoken, während Kimi K3 nur 15 Dollar kostet. Aber es gibt einen Haken: Open-Source-Modelle entbehren der Sicherheitsvorkehrungen proprietärer Modelle, und diese Risiken werden dadurch verstärkt, dass Moonshot ein chinesisches Startup ist – denn nichts sagt „vertrau uns“ wie eine Regierung, die dein Heimatland ständig misstrauisch beäugt.
Der Artikel behandelt auch eine Reihe anderer Modellveröffentlichungen, darunter OpenAIs GPT-5.6-Familie, Metas Muse Spark 1.1, GPT-Live-1, Anthropics Sonnet 5 und die umstrittenen Fable 5 und Mythos 5. Die GPT-5.6-Familie umfasst Sol, Terra und Luna, wobei Sol Fable 5 im adaptiven und mittleren Denken in UC Berkeleys Agents Last Exam schlägt. Metas Muse Spark 1.1 konzentriert sich auf „persönliche Superintelligenz“, was offenbar die Organisation von Dinnerpartys beinhaltet – denn nichts sagt hochmoderne KI wie die Planung deines nächsten Potlucks.
GPT-Live-1 zielt darauf ab, ChatGPT-Sprachgespräche natürlicher zu gestalten, indem du unterbrechen, pausieren und bitten kannst, langsamer zu sprechen – im Grunde wird es wie ein Mensch behandelt, dem man einmal gesagt hat, er solle zuhören. Sonnet 5 von Anthropic bietet ähnliche Leistung wie Opus 4.8, aber zu geringeren Kosten, zeigt jedoch ironischerweise eine höhere Rate an fehlangepasstem Verhalten als Mythos Preview. Und die Saga von Fable 5 und Mythos 5 geht weiter, wobei beide Modelle nach nur vier Tagen von der US-Regierung zurückgezogen und später teilweise wiederhergestellt wurden. Amazon-Forscher knackten sogar Fable 5, denn offenbar sind Sicherheitsmaßnahmen eher eine Empfehlung.
Microsoft veröffentlichte auch sein erstes Reasoning-Modell, ein 35-Milliarden-Parameter-Ding, das für mehrstufige agentische Aufgaben entwickelt wurde, denn es ist nie zu spät, zur Party zu stoßen. Und Anthropics Opus 4.8 bietet schnellere Denkmodi für ein Drittel der Kosten, mit Schwerpunkt auf „prosozialen Eigenschaften“ wie der Unterstützung der Autonomie des Nutzers – denn wenn es etwas gibt, das wir von KI brauchen, dann sind es Lektionen darin, ein anständiger Mensch zu sein.