Letterboxd, die soziale Plattform, auf der Filmbegeisterte ihre Kinokonsumtion mit derselben Inbrunst protokollieren, die andere für das Tracken von Makronährstoffen reservieren, hat angeblich das Interesse potenzieller Käufer geweckt. Die kanadische Holdinggesellschaft Tiny, die etwa 60 Prozent der Website besitzt, scheint ihre Investition zu Geld machen zu wollen, nachdem die Nutzerbasis der Plattform von einer Nischengröße von 1,7 Millionen im Jahr 2020 auf robuste 26 Millionen in diesem Jahr explodiert ist – angetrieben hauptsächlich von Millennials und der Generation Z, die offenbar starke Meinungen zu allem von ‚Parasite‘ bis ‚Paddington 2‘ haben.
Semafor berichtete am Sonntag, dass Tiny potenzielle Käufer umworben hat, darunter Versant, die Muttergesellschaft von CNBC und MS NOW (ehemals MSNBC), und The Ankler, einen beliebten Hollywood-Newsletter. Tiny kaufte Letterboxd im Jahr 2023 und bewertete es mit über 50 Millionen Dollar, obwohl unklar ist, ob ein Deal unmittelbar bevorsteht. Vertreter von Letterboxd und Tiny gaben nicht sofort einen Kommentar ab, vermutlich zu sehr damit beschäftigt, über die richtige Bewertung von ‚Der Pate‘ zu streiten.
Gegründet 2011, hat sich Letterboxd von einem Zufluchtsort für obsessive Cinephile zu einem legitimen Marketinginstrument für Filmstudios und sogar die Oscars entwickelt, die vor einigen Jahren eine Partnerschaft mit der Plattform für digitale Inhalte eingingen. Denn nichts sagt ‚prestigeträchtiger Filmpreis‘ wie eine Partnerschaft mit einer Website, auf der Nutzer ‚Citizen Kane‘ als Scherz mit einem halben Stern bewerten können.