Die rechtsgerichtete Kandidatin Keiko Fujimori wurde zur Gewinnerin der peruanischen Präsidentschaftswahl erklärt, fast einen Monat nach der Abstimmung – denn warum sollte man sich beeilen, oder? Die 51-jährige Tochter des in Ungnade gefallenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori erhielt 50,135 % der Stimmen in der Stichwahl vom 7. Juni und schlug den linken Kandidaten Roberto Sánchez mit einem Vorsprung von weniger als 50.000 Stimmen, laut Zahlen, die vom peruanischen Wahlgericht bestätigt wurden.

Dies ist Fujimoris vierter Anlauf auf die Präsidentschaft, nachdem sie 2011, 2016 und 2021 mit ähnlich haarscharfen Margen verloren hatte. Sie kampagnisierte mit dem Versprechen, gegen die organisierte Kriminalität vorzugehen, und stützte sich dabei stark auf das umstrittene Erbe ihres Vaters – das Verbrechen gegen die Menschlichkeit wegen außergerichtlicher Tötungen und Zwangssterilisationen umfasst. Aber hey, niemand ist perfekt.

Der 57-jährige Sánchez behauptete, die Stichwahl sei „ernsthaft beeinträchtigt“ gewesen und drohte mit rechtlichen Schritten, wobei er behauptete, die starke Unterstützung für Fujimori unter peruanischen Wählern im Ausland rieche faul. Seine Partei hat gegen die Proklamation des Wahlgerichts Berufung eingelegt und fordert die Annullierung der Wahl. Viel Glück dabei.

Fujimori erklärte in einer Stellungnahme, sie werde die Präsidentschaft „mit Verantwortung, Bescheidenheit und einem tiefen Pflichtbewusstsein“ übernehmen – was auf Politikerdeutsch heißt: „Ich habe knapp gewonnen, also lasst uns keine Wellen schlagen.“ Ihre Vereidigung ist für den 28. Juli angesetzt, womit sie Perus neunter Präsident in einem Jahrzehnt wird. Das ist eine Menge Wechsel für ein Land, das sich einfach nur Stabilität wünscht.

Ihr Sieg, der mit dem des kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella zusammenfällt, markiert eine Verschiebung nach rechts in der lateinamerikanischen Politik. Fujimori gesellt sich zu einem Club rechter Führer wie El Salvadors Nayib Bukele und Ecuadors Daniel Noboa, die sich alle an US-Präsident Donald Trump angenähert haben. Unterdessen findet sich Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva als einsamer linker Vorreiter der Region wieder, der sich später in diesem Jahr bei Wahlen dem Sohn des verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro stellen muss. Das Pendel schwingt, und Peru hat gerade einen Schubs nach rechts bekommen.