Frankreich will Rache an Spanien, was im Grunde die Handlung jeder Fußball-Rivalität ist
Frankreich will Rache an Spanien für die Euro 2024, denn offenbar gehört Grollhegen zum Trainingsplan. Trainer sagt keine Rache, aber die Spieler sind bereit zuzuschlagen.
Frankreichs Mittelfeldspieler Warren Zaïre-Emery hat erklärt, dass sein Team im WM-Halbfinale am Dienstag gegen Spanien Rache nehmen will, denn offenbar brennt die Erinnerung an das Aus bei der Euro 2024 immer noch. Die beiden Mannschaften treffen in Dallas aufeinander, wo ein Platz im Finale auf dem Spiel steht, und Frankreich fühlt sich nach einer Reihe von berauschenden Angriffsfußball, der das vorherige Ausscheiden wie einen bösen Traum erscheinen lässt, richtig angriffslustig.
„Wir haben eine andere Mannschaft, meiner Meinung nach“, sagte Zaïre-Emery, vielleicht vergessend, dass Spanien auch eine andere Mannschaft hat, weil die Zeit nun mal voranschreitet. „Wir sind bereit. Wir wollen gegen Spanien gewinnen und uns für die EM revanchieren.“ Der 18-Jährige, der 2024 ein ungenutzter Ersatzspieler war, aber gegen Marokko sein Turnierdebüt gab, wies auch die rassistischen Kommentare des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zurück, Frankreich habe „keine französischen Spieler“, und betonte, dass Vielfalt Frankreich großartig mache. Danke, Captain Obvious.
Trainer Didier Deschamps könnte Aurélien Tchouaméni für Manu Koné einwechseln, wenn die Muskelverletzung des Real-Madrid-Mannes verheilt ist. Kylian Mbappé, der gegen Marokko humpelnd vom Platz ging, ist offenbar in Ordnung – er hat nur 10 Minuten Training statt 15 absolviert, was im Grunde das sportliche Äquivalent einer Teilnahmetrophäe ist. Deschamps bestand darauf, dass Spanien Favorit sei, weil er offenbar gerne der gegnerischen Mannschaft Material für die Kabinentafel liefert. „Ich bestätige das“, sagte er und bekräftigte seine frühere Einschätzung. „Vergessen Sie das erste Spiel gegen Kap Verde. Seitdem hat Spanien bestätigt, dass sie die Favoriten sind.“
Trotz Zaïre-Emérys Rache-Gerede gab sich Deschamps cool: „Es gibt keine Lehre zu ziehen. Es wird ein Kampf der Willen. Es gibt keine Rache, die Vergangenheit ist vergangen.“ Klar, Trainer, aber versuchen Sie das mal einem Teenager zu erklären, der gerade das Konzept der Vergeltung entdeckt hat.
The Good Times
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