Im ländlichen Indien wirft eine Krise einen ziemlich großen, unwillkommenen Schatten auf die malerischen Weizenfelder und Sojafarmen. In den letzten 20 Jahren haben sich mehr als 400.000 Bauern das Leben genommen, getrieben von wachsenden Schulden und miserablen Erntepreisen. Kinshuk Surjans Dokumentarfilm 'Marching in the Dark' richtet seinen Blick auf Maharashtra, den Bundesstaat mit der höchsten Selbstmordrate unter Bauern, und entdeckt eine weitere Tragödie, die im Nachklang lauert: Witwen, die in einer Gesellschaft zurechtkommen müssen, die noch immer an patriarchalischen Werten festhält wie an einem Rettungsring.

Lernen Sie Sanjivani kennen, eine Frau in ihren Dreißigern, deren Ehemann sich vor acht Jahren das Leben nahm. Heute jongliert sie mit landwirtschaftlichen Pflichten, Gelegenheitsjobs und Hausarbeit für ihre Großfamilie – Kochen, Putzen, Wäsche. Die Kamera erwischt sie selten untätig, und ehrlich gesagt sind wir schon vom Zuschauen erschöpft. Aber ihre Widerstandsfähigkeit wird nur durch die emotionale Rettungsleine übertroffen, die ein engmaschiges Netzwerk von Witwenkolleginnen wirft. Gemeinsam besuchen sie Beratungssitzungen, in denen sie offen über ihre emotionalen, körperlichen und finanziellen Nöte sprechen können. Denn nichts sagt 'erstaunliche Widerstandsfähigkeit' so sehr wie die Verwandlung gemeinsamer Trauer in eine Selbsthilfegruppe, die tatsächlich hilft.