In einer Entscheidung, die absolut niemanden überraschte, der Unternehmenslogik versteht, beschloss Warner Bros. 2023, seinen fertigen Live-Action/Animationsfilm *Coyote vs. Acme* für einen Steuerabzug einzumotten. Dies löste jene Art von Empörung aus, die normalerweise dem Fallenlassen von Ambossen auf geliebte Cartoonfiguren vorbehalten ist. Doch in einer verblüffenden Wendung, die kein aufgemaltes Tunnelportal beinhaltet, wird der Film nun endlich vom neuen Vertrieb Ketchup Entertainment veröffentlicht, der gerade einen Killer-Trailer rausgehauen hat. Die kollektive Reaktion des Internets ist ein einfaches, verblüfftes: Was hat sich Warner Bros. eigentlich dabei gedacht?

Das Konzept ist jene Art von brillanter Satire, bei der man sich fragt, warum es so lange gedauert hat: Wile E. Coyote, nach einem Leben voller Misserfolge mit mangelhaften ACME-Produkten, beschließt, den Konzern zu verklagen. Es basiert auf einem Stück von Ian Frazier aus dem *The New Yorker* von 1990. Die Entwicklung begann 2018, beinhaltete Drehbucharbeit von James Gunn, zog eine star-besetzte Besetzung an und wurde für eine Veröffentlichung im Juli 2023 fertiggestellt.

Dann tauschte Warner Bros. ihn gegen *Barbie* aus. Während uns das kulturelle Phänomen "Barbenheimer" zu bescheren ein Geniestreich war, war der nächste Zug des Studios weniger inspiriert: Statt den Coyoten zu verschieben, strichen sie ihn komplett für den süßen, süßen Steuervorteil – ein Schicksal, das er mit *Batgirl* und *Scoob! Holiday Haunt* teilte.

Öffentlicher Druck zwang Warner Bros., den Filmemachern zu erlauben, den Film anzubieten. Netflix, Amazon und Paramount boten alle, aber Warner Bros. lehnte Angebote ab, die nicht ihren geforderten Preis von 75 bis 80 Millionen Dollar erreichten. Star Will Forte gab sogar zu, er habe zunächst gedacht, der Film "muss ein Stück Schrott sein", bis er ihn sah und ihn für "unglaublich" erklärte. Schließlich verkaufte Warner Bros. die Rechte für 50 Millionen Dollar an Ketchup Entertainment – weniger als gewünscht, aber genug, um das Cartoon-Chaos endlich zu befreien.

Also, nach Jahrzehnten, in denen er von ACMEs Produkten in die Luft gejagt, zerquetscht und von Klippen geschleudert wurde, verbündet sich Wile E. Coyote (Genie) mit Unfallanwalt Kevin Avery (Will Forte), um den profitbesessenen Konglomerat zu verklagen. Sie treten gegen den glatten Unternehmensanwalt Buddy Crane an, gespielt von John Cena. Zur Besetzung gehören auch Lana Condor, P.J. Byrne, Luis Guzmán als Richter und Synchronsprecher Eric Bauza, der klassische Looney Tunes-Charaktere spricht.

*Coyote vs. Acme* kommt endlich, gnädigerweise und gegen alle unternehmerischen Widrigkeiten, am 28. August 2026 in die Kinos. Piep piep.