Massenbewegung hat etwas an sich, das einen 'Wow' sagen lässt, ob es sich um eine Militärparade, eine olympische Eröffnungsfeier oder einen wirklich engagierten Flashmob handelt. Die australische Choreografin Stephanie Lake weiß das, und ihr Stück Colossus von 2018 stampft seitdem um die Welt. Jetzt ist es im Vereinigten Königreich gelandet, mit 60 Studenten der London Contemporary Dance School – genug Körper, um die Bühne der Queen Elizabeth Hall zu füllen und einen spürbaren Luftzug zu erzeugen. Wenn sie alle gleichzeitig rennen, fühlt es sich an, als stünde man neben einem riesigen Ventilator.

In 50 knackigen Minuten erforscht Lake, was eine Menschenmenge bedeuten kann: ein Handgemenge, ein Mob, ein Team, ein Publikum, eine Herde, die einem Dirigenten gehorcht, oder eine Bande, die ein Opfer jagt. Die Machtdynamik verschiebt sich ständig, während die Tänzer sich in perfekter Einheit bewegen – Körper, die in einem Kreis liegen, pulsieren wie eine Lautsprechermembran. Die Logistik ist beeindruckend, sechs Fraktionen tanzen gleichzeitig synkopierte Rhythmen. Es ist nicht so emotional reichhaltig wie die Arbeit von Crystal Pite, aber es ist sehenswert, lesbar und eine Menge Spaß.