Obwohl das Pentagon Anthropic als 'Lieferkettenrisiko' eingestuft hat – eine Bezeichnung, die normalerweise ausländischen Gegnern vorbehalten ist – führt das KI-Unternehmen immer noch gemütliche Gespräche mit hochrangigen Mitgliedern der Trump-Regierung. Das deutet darauf hin, dass nicht alle in der Regierung einer Meinung sind, ob man Anthropic die kalte Schulter zeigen sollte, oder vielleicht wollen sie einfach nur das neue Modell testen.

Frühere Anzeichen für dieses Tauwetter waren Berichte, dass Finanzminister Scott Bessent und Fed-Chef Jerome Powell die Chefs großer Banken ermutigt haben sollen, Anthropics neues Mythos-Modell auszuprobieren. Mitgründer Jack Clark versuchte, die Dramatik herunterzuspielen und nannte den Pentagon-Streit einen 'engen Vertragsstreit', der das Unternehmen nicht davon abhalten würde, die Regierung über seine neuesten Kreationen zu informieren. Es scheint, als ginge es bei dem Streit um Prinzipien, nicht um einen vollständigen Kommunikationsabbruch.

Die Beziehung soll sich am Freitag weiter erwärmt haben, als Axios berichtete, dass Bessent und der Stabschef des Weißen Hauses, Susie Wiles, sich mit Anthropic-CEO Dario Amodei trafen. Das Weiße Haus beschrieb dies als ein 'produktives und konstruktives' Kennenlerngespräch, bei dem sie 'Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowie gemeinsame Ansätze und Protokolle zur Bewältigung der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Skalierung dieser Technologie' diskutierten. Mit anderen Worten: Sie hatten ein nettes Gespräch darüber, wie man zusammenarbeiten könnte.

Anthropic bestätigte das Treffen und erklärte, Amodei habe mit 'hohen Regierungsbeamten' besprochen, wie man bei 'wichtigen gemeinsamen Prioritäten wie Cybersicherheit, Amerikas Führungsposition im KI-Wettlauf und KI-Sicherheit' zusammenarbeiten könne. Das Unternehmen fügte hinzu, es 'freue sich auf die Fortsetzung dieser Gespräche', was deutlich angenehmer klingt als ihre derzeitige Beziehung zum Verteidigungsministerium.

Der gesamte Pentagon-Streit soll nach gescheiterten Verhandlungen über die militärische Nutzung von Anthropics Modellen begonnen haben. Das KI-Unternehmen wollte Schutzmaßnahmen gegen den Einsatz seiner Technologie für vollständig autonome Waffen und Massenüberwachung im Inland aufrechterhalten. Bemerkenswerterweise kündigte OpenAI schnell seinen eigenen Militärdeal an, was bei einigen Verbrauchern auf Gegenwind stieß. Als Reaktion darauf erklärte das Pentagon Anthropic zum Lieferkettenrisiko, ein Schritt, den das Unternehmen nun vor Gericht anfechtet.

Allerdings sagte eine Regierungsquelle gegenüber Axios, dass 'jede Behörde' außer dem Verteidigungsministerium Anthropics Technologie nutzen wolle. Während also ein Teil der Regierung Anthropic verklagt, scheint der Rest Schlange zu stehen für eine Vorführung. Es ist eine klassische Geschichte bürokratischer Uneinigkeit, mit hochriskantem KI als Preis.