Die Polizei von Seattle ist noch immer auf der Jagd nach einem zweiten Verdächtigen der Schießerei am Sonntag beim Bite of Seattle Food Festival, bei der drei Menschen starben und mehrere verletzt wurden – obwohl sie einräumen, dass der Typ vielleicht schon zu den Toten gehört, was auf jeden Fall Papierkram sparen würde.

Die Schießerei brach gegen 18:00 Uhr Ortszeit in der Nähe der Space Needle aus, denn nichts sagt „familienfreundliches Food Festival“ wie eine Schießerei zwischen einem 15-Jährigen und seinem unbekannten Komplizen. Der Teenager ist in Haft; der andere Verdächtige ist noch auf freiem Fuß, obwohl Polizeichef Shon Barnes einräumte, dass eines der Opfer möglicherweise der zweite Schütze ist. Peinlich.

Zu den Toten gehören ein 19-jähriger Mann, ein 44-jähriger Mann und eine 56-jährige Frau. Ein zweijähriger Junge war unter den Verletzten – denn anscheinend ist keine amerikanische Massenschießerei komplett ohne ein Kleinkind im Kreuzfeuer. Vier weitere Verletzte wurden in stabilem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert; ein Fünfter beschloss, das Krankenhaus zu überspringen, was auch eine Art ist, mit Traumata umzugehen.

Das Festival, das jährlich rund 350.000 Menschen anzieht, war an seinem letzten Tag, als die Schüsse fielen. Augenzeugen beschrieben Chaos: Menschen, die hinter Säulen in Deckung gingen, sich im Seattle Children's Museum versteckten und die Space Needle im Allgemeinen wie ein Kriegsgebiet behandelten. „Zuerst dachte ich, es wären Feuerwerkskörper“, sagte Augenzeuge Nick Bate und fing damit die universelle amerikanische Verwirrung zwischen Feiern und Schießereien ein.

Seattles Bürgermeisterin Katie Wilson sagte zunächst, zwei Verdächtige seien in Gewahrsam, korrigierte sich dann – denn wer hat nicht schon einmal versehentlich eine Fahndung für beendet erklärt? Sie dankte der Polizei für ihren Einsatz und nannte die Schießerei „einen Akt schrecklicher Gewalt“. Auch Gouverneur Bob Ferguson und die Kongressabgeordnete Pramila Jayapal äußerten sich mit den üblichen Verurteilungen und Gebeten.

Die Ermittlungen dauern an, und die Polizei bittet die Öffentlichkeit, das Gebiet zu meiden – was angesichts der Anzahl sichergestellter Waffen und der laufenden Suche ein solider Ratschlag zu sein scheint.