In einer Aktion, die absolut niemanden überrascht, hat Russland in den frühen Stunden des Samstags ballistische Raketenangriffe nahe Kyiv gestartet und dabei mindestens drei Menschen getötet, darunter ein Kind. Timur Tkachenko, Leiter der regionalen Militärverwaltung, berichtete, dass drei weitere verletzt wurden, während herabfallende Trümmer Wohngebäude und Autos beschädigten und in einem separaten Gebäude ein Feuer ausbrach. Bürgermeister Vitali Klitschko, immer ein Telegram-Enthusiast, teilte mit, dass Rettungskräfte auch gegen Brände in einem Gebäude und einem Treibstofftank in der Hauptstadt kämpften.

Der ukrainische staatliche Notdienst DSNS, offensichtlich mit einem beschäftigten Morgen, postete Fotos von Garagen, einem Geschäft und einem weiteren Gebäude in Flammen und merkte an, dass die Zahl der Opfer noch geklärt werde. Denn wenn man unter Raketenbeschuss steht, ist Klarheit ein Luxus.

In der Zwischenzeit beschloss Präsident Wolodymyr Selenskyj, eine Pause vom Schutt einzulegen und zum ersten Mal Belgrad zu besuchen, in der Hoffnung, den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić zu bezaubern, um über wirtschaftliche Beziehungen, Sicherheit und EU-Beziehungen zu sprechen. Viel Glück dabei – Vučić hat sich geweigert, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, obwohl er Hilfe angeboten und versprochen hat, beim Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg zu helfen. Denn nichts sagt 'Wiederaufbau' wie diejenigen nicht zu bestrafen, die die Zerstörung verursacht haben.

Selenskyj, der Anfang dieser Woche beklagte, dass Verzögerungen bei der Lieferung von Abwehrsystemen zu 'entsetzlichen Opfern und Zerstörung' führen, merkte auch an, dass die Lieferung von Abfangraketen durch Verbündete in diesem Jahr 'erheblich reduziert' wurde. Offenbar dachten die Verbündeten, die Ukraine komme mit den herabregnenden Raketen gut zurecht.

In einem damit verbundenen Akt der Auflehnung hat die Ukraine zwei Ölraffinerien tief in Russland getroffen – die Raffinerien Ilsky und Syzran – und dabei laut ukrainischem Generalstab Brände an beiden verursacht. Selenskyj erklärte, dies diene dazu, Russlands Öleinnahmen zu begrenzen, die den Krieg finanzieren. Denn wenn es eines gibt, das Russland liebt, dann ist es Geld bei seinen Hobbys zu verlieren.

Und da die Vermittlungsgespräche zwischen der Ukraine und Russland absolut nirgendwohin führen, haben beide Seiten ihre Angriffe eskaliert und damit den Kreislauf der Gewalt fortgesetzt. Aber hey, wenigstens sind die Brände fotogen.