Sam Altman hat ein neues Cybersicherheits-Tool namens Cyber, und er hat entschieden, dass nur die richtigen Leute damit spielen dürfen. Das ist derselbe Sam Altman, der vor nicht allzu langer Zeit Anthropic öffentlich dafür verspottete, genau das mit seinem eigenen Tool Mythos zu tun.
Am Donnerstag kündigte Altman auf X an, dass OpenAI in den kommenden Tagen GPT-5.5 Cyber „an kritische Cyber-Verteidiger“ ausrollen werde. Angehende Verteidiger können sich über ein Formular auf OpenAIs Website bewerben, wo sie ihre Qualifikationen einreichen und erklären müssen, wie sie das Tool nutzen wollen. Die Bewerbung deutet darauf hin, dass Cyber Penetrationstests, Schwachstellenidentifikation und -ausnutzung sowie Malware-Reverse-Engineering durchführen kann – im Grunde ein Schweizer Taschenmesser zum Finden von Sicherheitslücken und Testen von Abwehrmaßnahmen. Der Haken? Das gleiche Kit könnte von den Bösen verwendet werden, weshalb OpenAI vorsichtig ist.
Als Anthropic den Zugang zu Mythos einschränkte, nannte Altman das „angstbasierte Vermarktung“. Kritiker stimmten zu und sagten, Anthropics Rhetorik sei übertrieben. Aber Ironie wird bekanntlich am besten kalt serviert: Eine nicht autorisierte Gruppe soll trotzdem an Mythos gelangt sein. OpenAI sagt, es arbeite daran, Cyber breiter verfügbar zu machen, indem es sich mit der US-Regierung berät und Benutzer mit legitimen Cybersicherheits-Zertifikaten identifiziert. Denn wenn es etwas gibt, das nicht nach „Angstmacherei“ schreit, dann sind es Regierungskonsultationen und ein Bewerbungsprozess.