In einer Welt, die objektiv reicher ist als je zuvor – ernsthaft, wir haben mehr Zeug, als wir damit anzufangen wissen – lebt immer noch etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung in extremer Armut. Währenddessen schwimmt eine winzige Minderheit in Dagobert-Duck-mäßigem Reichtum und Macht. Und nur um die Sache interessant zu halten, tauchen Dürren, Megafeuer, Überschwemmungen und Hitzewellen auf wie ungebetene Partygäste und erinnern uns daran, dass unsere Volkswirtschaften den Planeten über seine Belastungsgrenze treiben.

Laut einer Gruppe schwergewichtiger Ökonomen – darunter Olivier De Schutter, Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, Jayati Ghosh, Thomas Piketty, Kate Raworth und Jason Hickel – sind dies keine getrennten Krisen. Sie sind Symptome eines Wirtschaftsmodells, das in einer Sackgasse gelandet ist. Armut und Ungleichheit sind keine kosmischen Unfälle; sie sind die vorhersehbaren Ergebnisse politischer Entscheidungen: wie wir Steuersysteme gestalten, Arbeitsmärkte regulieren, Pflegearbeit bewerten, öffentliche Dienstleistungen strukturieren und entscheiden, wessen Bedürfnisse und wessen Stimmen tatsächlich zählen. Der Clou? Wenn Regierungen Knappheit herstellen können, können sie sie auch abbauen. Der Fahrplan, erarbeitet von Experten von UN-Agenturen bis hin zu Graswurzelbewegungen, ist fertig. Jetzt warten sie nur darauf, dass politische Führer ihn tatsächlich nutzen.