Als Chirurgen bei einem 71-jährigen Mann in die Leiste schnitten, um eine schmerzlose Ausbuchtung zu reparieren, fanden sie etwas, das definitiv nicht im Operationsplan stand: einen lebenden, 26 cm langen Bandwurm, kuschelig wie ein Käfer zwischen Blase und Schambein. Um die Sache noch seltsamer zu machen, sagte der Mann den Ärzten angeblich: „Ja, das ist schon mal passiert.“ Laut einem Fallbericht im New England Journal of Medicine hatten Chirurgen vier Jahre zuvor bei einer ähnlichen Leistenbruch-OP auf seiner linken Seite bereits einen 18 cm langen Wurm herausgezogen. Dieser wurde nicht identifiziert, und er erhielt keine antiparasitäre Behandlung. Dieses Mal war der Wurm – per Gentest als Spirometra erinaceieuropaei identifiziert, der Erreger der Sparganose – noch am Leben und zappelte auf dem OP-Tisch. Die Chirurgen mussten mehrmals ziehen, um das ganze Teil vorsichtig zu entfernen. Der Mann erinnerte sich, vor 50 Jahren während seines Militärdienstes möglicherweise rohes Schlangenfleisch gegessen zu haben, was die Quelle sein könnte, obwohl die typische Lebensdauer der Würmer 20 bis 30 Jahre beträgt. Nach dem zweiten Wurmvorfall verabreichten ihm die Ärzte antiparasitäre Medikamente, um etwaige verbliebene ungebetene Gäste auszuweisen.