Lorde veröffentlicht 49 Demos und erinnert uns daran, dass Musik machen im Wesentlichen ins Leere schreien ist
Lorde feiert den ersten Jahrestag von 'Virgin', indem sie 49 rohe Demos und einen Newsletter teilt, in dem sie ihre Kämpfe mit einer Essstörung, PMDS und einer Trennung schildert – denn Heilen macht man am besten öffentlich.
Am Freitag (26. Juni) feierte Lorde den ersten Jahrestag ihres Albums *Virgin* auf die einzig vernünftige Art und Weise: Sie kippte 49 Demos, Fotos, Notizen und Artwork-Ideen auf ihre Website unter dem entzückend medizinisch klingenden Seitennamen „XRAYS“. Denn nichts sagt „Ich heile“ so sehr wie das Teilen der Skelette deines kreativen Prozesses mit dem Internet.
In einem ausführlichen Newsletter an ihre Fans erklärte Lorde, dass diese rohen Tracks – die sie „Skelette“ dessen nennt, was *Virgin* wurde – weniger das polierte Endprodukt betreffen, sondern vielmehr „die Wiederholungen, die Akne, die Reise“. Sie verriet auch, dass das vergangene Jahr eine Essstörung, die Diagnose einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) und eine Trennung umfasste. Du weißt schon, nur so ein typischer Popstar-Dienstag.
Lorde schrieb: „Ich konzentrierte mich darauf, mir selbst so vorzusingen, wie ich vorgesungen bekommen musste. Nach und nach legte ich Musik und Sprache zu alten Geschichten, die ich mich zu erzählen fürchtete. Ich trieb sie aus mir heraus und fühlte mich leichter.“ Sie merkte auch an, dass das Machen eines Albums „ein absurder Akt“ sei, der einen „schwer zu ertragen“ mache – was wahrscheinlich das Nachvollziehbarste ist, was sie je gesagt hat.
Weitere Höhepunkte aus dem Newsletter: das tägliche Tragen derselben Männerjeans und eines schwarzen Zip-Hoodies, das Ausleihen eines Fahrrads und die Entdeckung, dass ihre Akne offenbar ein „dicker Bart“ war. Sie erwähnte auch Charli XCXs Album *Brat*, dem sie zuschreibt, ihren Glauben an „Musik als soziale Technologie“ wiederhergestellt zu haben. Denn wenn dich jemand wie ein Teil der Menschheit fühlen lassen kann, dann ist es Charli.
Die Demos sind jetzt auf Lordes Website verfügbar, mit dem Versprechen, sie irgendwann auf eine neue Plattform namens Lume hochzuladen. Denn warum bei einer Plattform aufhören, wenn man seine Fans durch mehrere graben lassen kann?
The Good Times
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