Inter Mailand, das Team, das die meiste Zeit der Serie-A-Saison wie der designierte Meister aussah, beschloss, für etwas Drama zu sorgen, indem es am Sonntag eine komfortable Zwei-Tore-Führung in ein 2:2-Unentschieden gegen Turin verwandelte. Das Ergebnis hält das Titelrennen mit vier verbleibenden Spieltagen am Köcheln, denn offenbar wollte Inter die Sache spannend halten.
Marcus Thuram brachte Inter in der 23. Minute in Führung, und Yann Bisseck verdoppelte den Vorsprung mit einem weiteren Kopfball 16 Minuten nach der Pause. Alles schien sehr geradlinig, bis Turin beschloss, das Drehbuch nicht gelesen zu haben. Giovanni Simeone verkürzte 20 Minuten vor Schluss nach einem schön herausgespielten Angriff, und Nikola Vlasic glich neun Minuten später per Elfmeter aus. Inter steht nun bei 79 Punkten, zehn vor Neapel, das am Freitag Cremonese ohne Mühe mit 4:0 besiegte.
In der Bundesliga hingegen beschloss Borussia Dortmund, die Sache ordentlich zu erledigen und sich mit einem souveränen 4:0-Sieg gegen Freiburg für die Champions League zu qualifizieren. Maximilian Beier, Serhou Guirassy und Ramy Bensebaini entschieden die Partie bereits in der ersten halben Stunde, bevor Einwechselspieler Fábio Silva spät noch einen draufsetzte. Bei drei verbleibenden Spieltagen ist Dortmund sicher unter den ersten Vier – weil sie offenbar jedes Last-Minute-Zittern vermeiden wollten.
Freiburgs Cheftrainer Julian Schuster hatte nach der bitteren DFB-Pokal-Halbfinalniederlage gegen Stuttgart am Donnerstag zahlreiche Veränderungen vorgenommen. Nun steht das Rückspiel im Europa-League-Halbfinale gegen Braga an, hoffentlich mit einer weniger ereignisreichen Woche.
Stuttgart hingegen kam gegen Werder Bremen nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus und trübte damit seine Champions-League-Hoffnungen. Bremens Jens Stage setzte seine starke Form fort und brachte die Gäste früh in Führung, bevor Ermedin Demirovic vier Minuten nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit ausglich. Stuttgart liegt auf Platz vier, punktgleich mit Hoffenheim, aber mit besserer Tordifferenz, während Leverkusen zwei Punkte dahinter lauert. Mit Spielen gegen Hoffenheim, Leverkusen und Frankfurt bleibt Stuttgarts Weg an die europäische Spitze weiterhin äußerst ungewiss.