Hitze ist dieses Ding, dem du jeden Tag begegnest – dein Kaffee kühlt ab, dein Laptop heizt sich auf, und die Sonne verwandelt die Erde in eine riesige Pizza. Aber wenn man auf Abstände kleiner als ein menschliches Haar heranzoomt, benimmt sich Hitze, als hätte sie das Physik-Memo verpasst.
Forscher der Carnegie Mellon University, Stanford und Purdue haben nun eine leistungsstarke neue Methode zur Kontrolle von Hitze im Nanobereich demonstriert, veröffentlicht in Nature. Sie haben starke experimentelle Belege dafür geliefert, dass Wärmeübertragung mithilfe speziell entwickelter Metamaterialien gezielt gesteuert und deutlich verstärkt werden kann.
Der Schlüssel ist ein Phänomen namens Nahfeld-Wärmestrahlungstransfer. Wenn zwei Objekte nur wenige hundert Nanometer voneinander entfernt sind, kann Hitze durch elektromagnetische Wellen über die Lücke tunneln – weit effizienter, als wenn man sie einfach wie ein braves thermisches Bürgchen abstrahlen ließe.
Wissenschaftler wissen das seit Jahren, aber zu beweisen, dass man sie drastisch hochschrauben kann, war eine Herausforderung. Betreten Sie die Bühne: Metamaterialien – maßgeschneiderte Materialien mit mikroskopisch kleinen, sich wiederholenden Strukturen, die mit Energie auf hochkontrollierte Weise interagieren.
„Wir haben mikroskopische Goldstrukturen auf dünne Membranen aufgebracht und sie über einen nanometergroßen Spalt hinweg gegenüber positioniert“, sagte Sheng Shen, Professor für Maschinenbau an der Carnegie Mellon und leitender Autor. „Das erhöhte die Wärmeübertragung um das Vierfache im Vergleich zu ähnlichen Aufbauten ohne Metamaterialien – weit über das hinaus, was die traditionelle Physik bei größeren Abständen vorhersagen würde.“
Es geht nicht nur darum, mehr Wärmewege hinzuzufügen. Die Goldstrukturen interagieren mit natürlich vorkommenden Energiewellen im Material, den sogenannten Oberflächen-Phonon-Polaritonen, und erzeugen einen Resonanzeffekt. „Diese gekoppelten Schwingungen ermöglichen es der Energie, freier und effizienter über die Lücke zu wandern“, sagte Zexiao Wang, Doktorand und Co-Erstautor.
„Es ist ein kooperativer Effekt“, fügte Shen hinzu. „Die Strukturen und das Material verstärken sich gegenseitig.“
Zu den möglichen Anwendungen gehören bessere Kühlung für immer kleiner werdende, immer heißere Computerchips, verbesserte thermophotovoltaische Systeme, die Wärme in Strom umwandeln, und schärfere Infrarot-Erfassung für alles von Umweltüberwachung bis zur nationalen Sicherheit.
Vorerst funktioniert das alles unter sorgfältig kontrollierten Laborbedingungen im Nanobereich, aber es markiert einen Schritt von der Theorie zur realen Demonstration. „Wenn Wärme mit derselben Präzision wie Elektrizität oder Licht konstruiert werden kann, könnte dies die Tür zu einer neuen Klasse von Technologien öffnen, die nicht nur Hitze aushalten, sondern sie nutzen“, sagte Shen.
Die Arbeit wurde von der Defense Threat Reduction Agency, der National Science Foundation und dem Air Force Office of Scientific Research unterstützt. Korrespondierende Autoren sind Sheng Shen und Shanhui Fan. Zexiao Wang, Renwen Yu und Hakan Salihoglu haben gleichermaßen beigetragen.